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Für die Regierungsratswahlen haben die CVP-Mitglieder eine klare Favoritin

Für die Regierungsratswahl hat die Partei Stimmfreigabe erteilt – wem Politiker aus der Region ihre Stimme geben.

Pirmin Kramer und Martin Rupf
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Einwohnerrätin Marie Louise Reinert wählt Yvonne Feri – Gemeinderat Roland Kuster Maya Bally – Einwonerrat Toni Ventre«sicher eine bürgerliche Kandidatin»

Einwohnerrätin Marie Louise Reinert wählt Yvonne Feri – Gemeinderat Roland Kuster Maya Bally – Einwonerrat Toni Ventre«sicher eine bürgerliche Kandidatin»

az

Ein Regierungsratssitz ist bei der Wahl am 27. November noch zu vergeben, und alle Parteien bis auf die CVP haben ihren Favoriten öffentlich bekannt gemacht. Aus Baden-Wettingen-Optik stellen sich zwei Fragen: Wem geben die CVP-Politiker aus der Region im zweiten Wahlgang nun ihre Stimme? Und: Erhält Yvonne Feri (SP) möglicherweise Stimmen aus anderen politischen Lagern, weil sie als Regierungsrätin die Region stärken könnte?

Tatsächlich gibt es für die Sozialdemokratin Unterstützung von ausserhalb der Partei: so beispielsweise von Heinz Wetter (FDP), Stahlbau- und Immobilienunternehmer aus Stetten oder von Verena Zehnder (CVP), ehemalige Frau Gemeindeammann in Würenlos.

Franziska Roth, SVP. 1. Wahlgang: 47 791 Stimmen.
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Yvonne Feri, SP. 1. Wahlgang: 47 320 Stimmen.
Maya Bally, BDP. 1. Wahlgang: 37 826 Stimmen.
Jil Lüscher, parteilos. 1. Wahlgang: 12 922 Stimmen.
Pius Lischer, IG Grundeinkommen. 1. Wahlgang: 4 798 Stimmen.

Franziska Roth, SVP. 1. Wahlgang: 47 791 Stimmen.

Und obschon ihre Kantonalpartei Maya Bally (BDP) zur Wahl empfiehlt, gehen zwei Wettinger EVP-Politiker fremd: der ehemalige Nationalrat und Vizeammann Heiner Studer sowie Einwohnerrätin Marie Louise Reinert. «Ich kenne Yvonne Feri und ihre Arbeit als Gemeinderätin aus der Nähe, weil sie im Einwohnerrat die Anliegen aus ihrem Dossier vertritt. Dort habe ich gesehen: Sie ist gut informiert, sachlich, hat den Überblick und ist mutig», begründet Marie Louise Reinert ihre Wahl. «Sie hat politische Erfahrung. Ich traue ihr zu, dass sie für die Menschen im Kanton Aargau gute tragfähige Lösungen finden kann.»

Im ersten Wahlgang war Feri aargauweit immerhin von rund 39 Prozent der CVP-Anhängerschaft gewählt worden. Im zweiten Wahlgang jedoch darf sie – zumindest bei Politikern aus der Region – kaum mehr mit Unterstützung rechnen. Auch nicht von ihrem Wettinger Gemeinderatskollegen Roland Kuster. «Auf meinem Wahlzettel steht Maya Bally. Sie steht mir ideologisch am nächsten. Ich wähle sie auch aus Gründen der Kompetenz und der Erfahrung. Sie ist in meinen Augen die geeignetste Kandidatin.»

Auch bei Badener CVP-Politikern geniesst die Kandidatin der BDP am meisten Support. So darf sie auf die Stimme von Stadtrat Mathias Gotter zählen. Einwohnerrat Mathias Schickel ist gar offiziell in ihrem Unterstützungskomitee. Seine Ratskollegin Sarah Wiederkehr erklärt: «Ich werde ganz klar Maya Bally wählen. Sie ist für mich die klar bessere Option, denn die aus meiner Sicht extreme Haltung von Franziska Roth insbesondere im Bereich der Bildung kann ich nicht unterstützen.»

In Obersiggenthal sprechen sich zwei CVP-Meinungsmacher ebenfalls für Bally aus: Gemeinderat Linus Egger und Fraktionspräsident Erich Schmid. Mitglieder der CVP aus der Region Baden zu finden, die sich für Yvonne Feri aussprechen, ist also ein schwieriges Unterfangen.

Wie sieht es aber mit Unterstützung für SVP-Kandidatin Franziska Roth aus? Offiziell nennt keiner der von der az angefragten CVP-Politiker ihren Namen. Der Badener Einwohnerrat Toni Ventre aber sagt, es sei einzig klar, dass er sicher eine bürgerliche Kandidatin wähle. Simon Binder, Co-Präsident der Badener CVP, weiss noch nicht, wessen Namen er auf den Wahlzettel schreibt. «Politisch steht mir Bally am nächsten. Ich frage mich einfach, wie das dann in der Regierung funktionieren soll, hat sie doch als BDP-Kandidatin keine grosse Partei beziehungsweise Fraktion im Rücken.»

Der Trend ist also klar: Die CVP-Mitglieder aus der Region Baden setzen – offiziell – mehrheitlich auf Maya Bally. Doch wie sich diese Woche in den USA bei der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten eindrücklich zeigte, profitieren polarisierende Kandidaten immer auch von Stimmen von Wählern, die sich zuvor nicht outen wollten. So könnten auch Franziska Roth und Yvonne Feri von der einen oder anderen CVP-Stimme profitieren.