Ennetbaden
Für ewig in Granit gemeisselt: Warum neben Hollywood bald auch Ennetbaden einen Walk of Fame erhält

An der Badstrasse in Ennetbaden entsteht eine Ruhmes-Allee. Für 200 Franken kann man sich oder jemand anderen in einem Granitstein verewigen. Seit Mittwoch kann ein Musterstein auf der Gemeindekanzlei besichtigt werden. Doch wofür braucht es den Walk of Fame?

Ursula Burgherr
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Anton Laube Gemeindeschreiber von Ennetbaden mit einem gravierten Musterstein an der Badstrasse, wo bald der neue Walk of Fame entsteht. Ursula Burgherr

Anton Laube Gemeindeschreiber von Ennetbaden mit einem gravierten Musterstein an der Badstrasse, wo bald der neue Walk of Fame entsteht. Ursula Burgherr

Vor Weihnachten flatterte ein Flyer in die Haushalte der Bevölkerung der Region Baden. «Werden Sie Teil von Ennetbaden auf dem Walk of Fame und verewigen Sie sich oder Ihre Liebsten mitten in der Ennetbadener Badstrasse», war darauf zu lesen. 200 Franken muss man für einen Stein mit persönlicher Gravur berappen. «Auf die Flyeraktion sind bereits 40 Bestellungen eingegangen», freut sich Gemeindeschreiber Anton Laube. «Lieblinge forever» habe sich jemand als Text gewünscht, andere die Vornamen ihrer Kinder, Frau oder Grosseltern.

Seit Mittwoch kann ein Musterstein auf der Gemeindekanzlei besichtigt werden. Das unverwüstliche Teil ist aus grauem geflammtem Stanser Granit, ca. 18 cm lang und 12 cm breit. Der Nettoertrag, der aus allen verkauften Steinen resultiert, wird für die 200-Jahre-Feier von Ennetbaden eingesetzt, die 2019 über die Bühne geht.

Bis zum 16. Januar können Bestellungen erfolgen, danach müssen die Steine in Bearbeitung gehen, damit sie ungefähr Ende Februar bis Anfang März von der Firma Implenia verlegt werden können. «Der Postplatz ist bereits neu gepflastert, ab Mitte Januar geht es weiter die Badstrasse runter bis auf die Höhe des Altersheims National. Etwa ab dem Schwanen werden die gravierten Steine dann in Dreierbahnen quer über die Strasse verlaufen», erklärt der Gemeindeschreiber. Da die Granitblöcke von der Grösse und Form her leicht variieren, fügt sie das Baupersonal vor Ort je nach Passform zusammen. Deshalb kann niemand auswählen, wo sein Exemplar genau zu liegen kommt.

Hauptziel: mehr Passanten

Wie lange der Walk of Fame in Ennetbaden wird, ist noch offen. «Das hängt davon ab, wie viele Bestellungen eingehen», sagt Laube, «ich schätze, es werden um die 500 sein.» Hat er sich selber einen Stein bestellt? «Aber natürlich», meint er lachend, «er vermittelt ein Stück Identität und ist Zeitzeugnis einer wichtigen Entwicklungsphase, in der sich Baden und Ennetbaden zurzeit befinden.» Damit meint er natürlich die bevorstehende Neugestaltung des Bäderquartiers und den Bau des Botta-Bads. Die Idee für den Walk of Fame kam von Gemeinderätin Elisabeth Hauller und wurde im Dezember vom Gemeinderat gutgeheissen.

«Unsere Hauptmotivation ist es, mit dem Walk of Fame und anderen Projekten mehr Passanten nach Ennetbaden zu bringen», bekundet Laube und fügt hinzu: «Ich kann mir vorstellen, dass viele Thermalbad-Besucher zirkulieren und auch auf die Ennetbadener Seite hinüberschlendern.» Die Idee sei es ja gewesen, die Bäder beidseits der Limmat mittels Rundwegen zu verbinden. Laube bedauert es deshalb sehr, dass der Mätteli-
steg als Übergang vom Bäderquartier ins Oederlin-Areal seitens Baden vorerst abgelehnt wurde, bleibt aber optimistisch: «Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Ich hoffe, die Gesinnung unserer Nachbargemeinde ändert sich noch.»