Baden
«Für Gucci lutsch i»: Andreas Glarner wird aufs Korn genommen

Jetzt rutscht die Debatte um Glarners Vorwürfe gegen die Kanti Baden definitiv unter die Gürtellinie. «Für Gucci lutsch i» prangt auf T-Shirts, die im Internet angeboten werden. Das finden selbst Kantischüler nicht lustig.

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Mit T-Shirts gegen Andreas Glarner

Mit T-Shirts gegen Andreas Glarner

AZ

Die T-Shirts gibt es in drei Varianten, zugeschnitten auf Männer oder Frauen und mit 19 Farben ist die Qual der Wahl gross. Einfach dagegen die Botschaft: «Für Gucci lutsch i» heisst es auf einem der Shirts. Darunter prangt fast schon patriotisch das Wappen der Stadt Baden in Herzform, umrahmt mit dem Schriftzug «Kanti Baden».

Glarner als «Sexgrüsel» bezeichnet

Das T-Shirt ist eine Reaktion auf die Drogen- und Prostitutionsvorwürfe von Andreas Glarner gegen die Kanti Baden. Der Aargauer SVP-Politiker hatte öffentlich die Vermutung geäussert, dass die Schule ein «Drogenmekka sei» und sich Schülerinnen prostituieren würden. Dabei handle es sich um «Modepuppen, die auf Labels abfahren». Gucci zum Beispiel.

Das Gucci-T-Shirt ist jedoch noch harmlos. Viel härter mit dem streibaren SVP-Grossratspräsidenten ins Gericht geht eine zweite Variante: «Sexgrüsel Glarner» prangt darauf in grossen Lettern. Darüber auch hier das Badener Wappen in Herzform.

Glarner: «Sehr kreativ»

Verkauft werden die T-Shirts offenbar von einem Studenten der Fachhochschule Nordwestschweiz, der zuvor Schüler der Kanti Baden war. Mehrere Anfragen der az liess der Mann aus der Region Baden unbeantwortet.

Provokativer «Hobby-Werber»

Als «Hobby-Werber» könne er über die T-Shirts nur lachen, sagte Andreas Glarner. Dieses Hobby betreibt Glarner ziemlich professionell: Als Nationalratskandidat macht er 2007 mit dem Slogan «Maria statt Scharia» Schlagzeilen. Für Empörung sorgte 2009 ein Inserat mit schreienden Kleinkindern, die «erschüttert seien, weil Bildungsdirektor Rainer Huber nochmals kandidiert».

Obwohl in grober Weise ehrverletzend, nimmt Andreas Glarner diese Angriffe gelassen. «Das ist wirklich sehr kreativ», sagte Glarner amüsiert, als die az ihm Bilder der T-Shirts vorlegte. «Als Hobbywerber kann ich über diese Idee nur lachen.»

Wenig amüsiert über die Aktion sind viele Schüler der Kanti Baden. «Das ist schon ein bisschen hart», sagte ein Kantischüler der az. Die T-Shirts seien ein Thema an der Schule, würden aber eher abgelehnt. Reissenden Absatz finden dagegen die Kanti-internen Kleber mit dem Text: «Sex, Drugs and Kanti Baden». (pi)