Baden
Für Spenden fehlt das Geld, darum geben sie Zeit

Das Jugendrotkreuz Baden hilft freiwillig im Alterszentrum Kehl aus. Die Jugendlichen und die Senioren geniessen diese Zeit des Austauschens und Zusammenseins.

Ursula Burgherr
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Drei Jugendliche vom Jugendrotkreuz bereiten mit einer Seniorin aus dem Alterszentrum Fruchtsalat zu.

Drei Jugendliche vom Jugendrotkreuz bereiten mit einer Seniorin aus dem Alterszentrum Fruchtsalat zu.

AZ

Während andere in der Badi sind oder irgendwo auf der Welt ihre wohlverdienten Ferien geniessen, schälen und schnetzeln Rachel, Isabelle, Janine, Serge und Romea im Alterszentrum Kehl Bananen, Kiwis, Äpfel und Birnen für einen Fruchtsalat.

Nach und nach gesellen sich einige Seniorinnen und Senioren dazu, helfen mit beim Obstschneiden oder beobachten das Geschehen still.

Ein Mann legt seine Bridge-Karten aus, eine Frau erzählt von ihrer Tochter und der Vergangenheit. Ihre Augen leuchten, wenn sie an früher denkt. Es ist spürbar, dass die betagten Menschen die Gesellschaft der Jugendlichen geniessen.

Einmal im Monat veranstaltet das Jugendrotkreuz Aargau in Baden und Aarau Altersheimnachmittage. Ziel der Jugendlichen, die sich dafür freiwillig engagieren, ist der Brückenschlag zur älteren Generation.

Je nach Wetter werden Spaziergänge, Spiele oder Bastelarbeiten angeboten, an denen sich die Seniorinnen und Senioren nach Lust und Laune beteiligen können. Janine Albiez aus Kleindöttingen freut sich stets auf ihre Einsätze, die sie als enorm befriedigend bezeichnet: «Ich habe nicht viel Geld für grosse Spenden, aber ich kann meine Zeit schenken», meint sie und fügt hinzu: «Es ist zudem spannend, sich mit betagten Menschen zu unterhalten und einen Eindruck zu gewinnen, wie sie ihren Lebensabend verbringen.

Ich werde ja schliesslich auch einmal alt.» Janines Schwester Rachel findet es ganz einfach schön, Menschen glücklich zu machen. «Wir geben etwas, bekommen aber auch viel zurück», sagt sie und strahlt.

Die 20- bis 22-Jährigen sind sich einig: Sie möchten alle gerne alt werden und auf eine so reiche Vergangenheit zurückblicken können, wie die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums Kehl.

Etwas Angst macht ihnen, dass der Prozess des Älterwerdens oft mit Krankheiten verbunden ist. «Trotzdem hat auch dieser Lebensabschnitt schöne und positive Seiten», sind sie überzeugt.

Jugendliche wollen helfen

Rund 100 Freiwillige zwischen 15 und 30 Jahren engagieren sich bei der Jugendgruppe des Schweizerischen Roten Kreuzes Aargau, die 2008 aus der Taufe gehoben wurde. Neben den Altersheimnachmittagen werden in reiner Freiwilligenarbeit Projekte wie Mentoring für fremdsprachige Kinder, kostenlose Nachhilfe für Schülerinnen und Schüler sowie Sportnachmittage für Menschen in Asylunterkünften durchgeführt.

Ist es schwierig, Jugendliche für ein soziales Engagement zu begeistern? «Nein», bekundet Jugendrotkreuz-Teamleiter Marco Looser, «wir hatten in den letzten sieben Jahren immer Anfragen von jungen Menschen, die sich ehrenamtlich für eine gute Sache einsetzen und etwas Sinnvolles tun wollen. Es erfüllt sie mit grosser Freude, sich Menschen anzunehmen, die Hilfe brauchen oder einsam sind – und damit deren Leben etwas lebenswerter zu machen.»

Wer Interesse an einem Engagement beim Jugendrotkreuz Aargau hat, findet alle Infos unter diesem Link.

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