Würenlos
Furtbach soll wieder natürlich fliessen – Aargauer Regierungsrat beantragt Kredit über 3,3 Millionen

Damit der Furtbach bei Würenlos wieder seinen natürlichen Bachlauf entwickeln kann, hat der Regierungsrat einen Kredit von 3,3 Millionen Franken für die Renaturierung vorgelegt.

Andreas Fahrländer
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Der Furtbach bei Würenlos.

Der Furtbach bei Würenlos.

Chris Iseli/AZ-Archiv

Der Furtbach zwischen Würenlos und Hüttikon, an der Grenze zwischen dem Aargau und dem Kanton Zürich, soll wieder natürlicher fliessen. Diese Idee ist nicht neu, aber jetzt wird sie konkret: Der Regierungsrat beantragt beim Grossen Rat in einer Botschaft von Ende März einen Verpflichtungskredit von rund 3,3 Millionen Franken.

Der Bach im Furttal soll auf einer Strecke von 1,5 Kilometern nicht nur aus seinem Betonkorsett befreit, sondern auch zugänglicher werden für die Bevölkerung. Östlich von Würenlos war er nach 1920 kanalisiert worden. Dadurch entstand «ein grosses ökologisches Defizit», wie es in der Botschaft des Regierungsrats heisst. Aber nicht nur Flora und Fauna litten unter den Betonverbauungen: Auch der Hochwasserschutz ist auf der Höhe der Ortsteile Kempfhof und Oetlikon schon länger nicht mehr gewährleistet.

Mehr Platz für Flora, Fauna und die Bevölkerung

Der Furtbach soll wieder einen natürlichen Bachlauf entwickeln, mit typischer Bachflora und -fauna. Dazu werden die Betonplatten entfernt und an ausgewählten Stellen Mäander, also kleine Flussschlaufen, angelegt. Zudem wird die Strömung im Bach mit Totholz gelenkt, der bestehende Damm wird in der Höhe angepasst und instandgestellt. In den Gewässerraum integrierte Sitzgelegenheiten sollen die Bevölkerung zum Verweilen und Erleben in einem attraktiven Naherholungsraum einladen, schreibt der Regierungsrat weiter.

Der Furtbach bietet Lebensraum für Pflanzen, Amphibien, Insekten und weitere Tiere. Es werden deshalb auch neue Laichgewässer und Kleintierstrukturen angelegt. Die Renaturierung soll als kantonsübergreifendes Projekt geschehen: Planung und Bau führen die Kantone Aargau und Zürich gemeinsam aus. Die Gesamtkosten von rund 4,8 Millionen Franken werden nach einem Kostenschlüssel aufgeteilt, an dem sich insbesondere der Bund (nachträglich mit rund 2,6 Millionen Franken) sowie das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich und die SBB mit ökologischen Ausgleichszahlungen beteiligen. Die verbleibenden Restkosten im Aargau werden zwischen Kanton (40 Prozent) und Gemeinde (60 Prozent) aufgeteilt. Der Gemeinderat Würenlos hat im Dezember 2019 dem Gemeindeanteil bereits zugestimmt, dieser wird mit dem Jahresbudget 2022 beschlossen.