Im Sommer fand die Gründungsveranstaltung von «Traktandum 1» statt, eines Vereins, der die Bildung einer Regionalstadt Baden durch Gemeindezusammenschlüsse als langfristiges Ziel definiert hat.

Um das Ziel zu erreichen, könnte Baden nun ausgerechnet vom ewigen Kantonsrivalen Aarau lernen, ist der Vorstand von Traktandum 1 überzeugt. Dort läuft schon länger das Projekt «Zukunftsraum Aarau», das eine starke Region Aarau mit elf Gemeinden zum Ziel hat.

Seit wenigen Tagen liegt eine Studie des Kompetenzzentrums für Public Management der Universität Bern vor, die sich mit Entwicklungsoptionen für Aarau befasst.

Wenn am kommenden Dienstag um 19 Uhr in der Druckerei des az-Hochhauses in Baden das zweite Treffen der Fusionsbefürworter stattfindet, wird auch die Frage diskutiert, was Baden von Aarau lernen kann. Der Blick über den Tellerrand auf das Projekt in Aarau zeige Optionen für eine Stärkung der Region Baden, schreibt Traktandum 1.

Teilnehmen am Treffen dürfen alle, die sich für die Zukunft der Region Baden interessieren. Mit dabei sein wird der ehemalige Ehrendinger Gemeindeammann Renato Sinelli, der sich als «Fusionsturbo» einen Namen gemacht hat. Dies, weil er zuerst zwei Feuerwehren zusammenschloss und 2006 erfolgreich Unter- und Oberehrendingen fusionierte.

Sinelli erachtet das Engagement der Gruppe «Traktandum 1» als richtigen Weg. «Die Gemeinden schweigen derzeit zum Thema Fusionen. Sie machen sich lieber Gedanken, mit welchen Argumenten sie eine Steuererhöhung beim Volk durchbringen können», bemerkt er.

«Man sollte Steuervorteile nie als Hauptargument für Fusionen aufführen, aber Zusammenschlüsse hätten sicher auch steuerlich positive Effekte für viele Gemeinden rund um Baden», ist Sinelli überzeugt.

Derzeit würden viele Gemeinden eine Fusion ablehnen mit dem Argument, die regionale Zusammenarbeit funktioniere gut. «Regionale Zusammenarbeit ist sicher besser als Untätigkeit, der Begriff ist für mich aber ein Unwort. Als langjähriger Gemeindeammann weiss ich, dass diese Zusammenarbeit ziemlich viel Leerlauf produziert.» Fusionen hingegen könnten die Effizienz der Gemeinden steigern, so Sinelli.

Präsident des Vereins Traktandum 1 ist Erich Obrist, der voraussichtlich den Sprung in den Stadtrat schaffen wird. Statt dass die Fusions-Diskussion wie bisher mehrheitlich auf Behördenebene stattfindet, soll die Bevölkerung die Zügel in die Hand nehmen, wünscht er sich. (pkr)