Der FC Obersiggenthal braucht einen neuen Fussballplatz, um auch in Zukunft offizielle Meisterschaftsspiele austragen zu dürfen. Das Feld des Viertligisten beim Schwimmbad erfüllt mit 88,2 Meter Länge und 47,7 Meter Breite die neuen Vorgaben des Aargauischen Fussballverbandes, die ab der Saison 2018/2019 gelten, aber nicht mehr. Nicht einmal in der tiefsten aller Regionalligen, der 5. Liga, dürfte der FCO künftig antreten, nur noch Kinderfussballspiele wären erlaubt.

Letzte Hoffnung des Vereins war die Politik: Nachdem die Pläne für einen Neubau beim Goldiland-Areal aufgegeben wurden, erachtete der Verein einen Ausbau des bestehenden Platzes als mögliche Lösung, so Präsident Adrian Augstburger (az vom 9. März). Rund 1,5 Millionen Franken würde es kosten, das Fussballfeld in Richtung Hang zu vergrössern.

Diese Hoffnungen haben sich nun aber zerschlagen. Der Gemeinderat hat diese Woche mitgeteilt: «Der Ersatz des Fussballplatzes mit einem Investitionsvolumen von gegen 2 Millionen Franken war in den bisherigen Finanzplänen nach wie vor als Investition in den Jahren 2019 und 2020 enthalten. Nun ist er ersatzlos gestrichen worden.» Aufgrund der finanziellen Situation der Gemeinde mit sinkenden Steuereinnahmen könne der Fussballplatz in absehbarer Zeit nicht finanziert werden. Der Gemeinderat bedaure diese Situation. «Denn der Fussballclub ist in Obersiggenthal ein grosser Verein, der unter anderem auch wertvolle Jugendarbeit leistet.»

Bereits diesen März hatte FCO-Präsident Adrian Augstburger erklärt, es bestehe die Gefahr, den Verein bald auflösen zu müssen. Tritt dieser Fall nun tatsächlich ein? Für eine Stellungnahme war er nicht zu erreichen.

Marcel Höppli, Präsident der Sportkommission Obersiggenthal: «Wir haben uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für einen neuen Platz eingesetzt, leider erwartungsgemäss ohne Erfolg. Die Finanzen der Gemeinde lassen diese Investition einfach nicht zu. Ich denke, das Fussballplatz-Projekt ist mit diesem Entscheid des Gemeinderates nun definitiv vom Tisch.» Die Sportkommission werde sich nun aber dafür einsetzen, dass der Verein trotz allem weiter existieren könne. «Er hat eine grosse Bedeutung für das gesellschaftliche Leben in Obersiggenthal, er bietet vielen Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Es gilt nun, gemeinsam mit dem Verein neue Lösungen zu finden, damit Meisterschaftsspiele durchgeführt werden können.» Vielleicht ergebe sich eine Lösung auf Fussballplätzen in anderen Gemeinden der Region.

Klar ist: Der Aargauische Fussballverband kennt keine Gnade. Robert Gugler, Präsident der Sportplatzkommission des Aargauischen Fussballverbandes (AFV), erklärte gegenüber der az: «Seit vielen Jahren durfte Obersiggenthal Heimspiele nur dank einer Sonderbewilligung austragen. Diese Zeiten sind vorbei, das wäre auch unfair gegenüber den Vereinen, die sich an die Reglemente halten.»