Ob zum Spazieren, Walken oder Joggen: Das Naherholungsgebiet an der Limmat im Bereich Höhenweg ist in Untersiggenthal beliebt. Wer auf der Dorfseite wohnt und dorthin gelangen will, muss die viel befahrene Landstrasse queren. Dafür können die Fussgänger die Unterführung beim Kreisel auf der Höhe des Mühlewegs benutzen. Doch: Für Bewohner, die weiter Richtung Würenlingen zu Hause sind, gibt es keine andere Möglichkeit, die Kantonstrasse sicher zu queren. Aus diesem Grund hat Bewohner Igor Garcia im Januar 2017 auf petitio.ch eine Petition lanciert für zusätzliche Fussgängerquerungen auf der Landstrasse.

Wie die Gemeinde dem Petitionär nun in einem Brief mitteilt, wird an der Gemeindeversammlung vom 7. Juni ein Kredit für zwei Fussgängerquerungen beantragt. «Damit wird es für Fussgänger deutlich sicherer und einfacher, die Landstrasse im Bereich Güterweg und «Stroppel» zu queren», sagt Frau Gemeindeammann Marlène Koller (SVP). Das Projekt wurde mit dem Kanton ausgearbeitet und kostet die Gemeinde rund 375'000 Franken, 300'000 Franken steuert der Kanton bei. «Ich erachte das Vorhaben als sinnvoll und gut gelungen», sagt Koller.

Ampel geplant

Der Verkehr im Dorf sei bei der Bevölkerung allgemein ein Thema, sagt Koller. Das kantonale Teilprojekt «Dosierung Untersiggenthal West» soll helfen, dass der Verkehr in Zukunft flüssiger durch die Gemeinde rollt. Geplant ist eine neue verkehrsabhängige Lichtsignalanlage auf der bestehenden Verkehrsberuhigungsinsel beim Güterweg – dort, wo sich Petitionär Garcia eine Fussgängerquerung wünscht. Die Bauarbeiten, die auch die Strassenbelagssanierung im Abschnitt Güterweg bis «Stroppel» beinhalten, werden in Kürze starten. Koller: «Die Petition hat den Stein ins Rollen gebracht. Jetzt wollen wir die Gelegenheit nutzen, um im Rahmen des Teilprojekts auch die vom Petitionär und der Bevölkerung gewünschten Fussgängerquerungen zu realisieren.»

Die Querungshilfen sollen wie folgt umgesetzt werden: Beim Güterweg ist neben der bestehenden Verkehrsinsel eine weitere für Fussgänger geplant. Dabei werden beidseits der Landstrasse neue Gehwegabschnitte erstellt, um die Querung optimal zu erschliessen. Im Bereich «Stroppel» soll eine zweite Verkehrsinsel für Fussgänger entstehen, wobei am südlichen Fahrbahnrand der Landstrasse bei der Einmündung der Rooststrasse ein neuer Gehweg entsteht. Nördlich davon ist bereits ein Rad- und Gehweg vorhanden.

«Leider ist es aus verkehrstechnischen Gründen nicht möglich, zusätzlich Fussgängerstreifen zu realisieren. Doch die Sicherheit wird mit den Querungshilfen gewährleistet», sagt Koller. Was die verkehrsabhängige Lichtsignalanlage betrifft, wird diese den Verkehr bei Staugefahr vor Untersiggenthal anhalten und nur noch dosiert in Richtung Baden einlassen. Damit der öV nicht von der Dosierung betroffen wird, werden die von Würenlingen kommenden Busse die Landstrasse verlassen und stattdessen die Dorfstrasse benutzen. Die Dorfstrasse wird im Abschnitt zwischen Landstrasse und Mühleweg für den motorisierten Individualverkehr gesperrt, mit Ausnahme des Zubringerdienstes.

Die Dokumente zur Querung der Landstrasse und der Dosierungsanlage liegen im Rahmen der öffentlichen Auflage der Akten vor der Gemeindeversammlung ab dem 24. Mai auf der Bauverwaltung auf.