Baden
Fussgänger stürzt wegen Glatteis – und muss mit dem Krankenauto abtransportiert werden

Trotz täglicher Kontrollen in den frühen Morgenstunden: Innert kurzer Zeit kann es auf Trottoirs rutschig werden.

Stefanie Garcia Lainez
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Blick auf die Badener Ortsteile Allmend und Münzlishausen (ganz oben). Hier erlitt ein Anwohner einen doppelten Beinbruch, als er auf dem vereisten Trottoir stürzte.

Blick auf die Badener Ortsteile Allmend und Münzlishausen (ganz oben). Hier erlitt ein Anwohner einen doppelten Beinbruch, als er auf dem vereisten Trottoir stürzte.

az/archiv

Obwohl der Schnee in diesem Jahr in Baden noch auf sich warten lässt: Fussgänger müssen vorsichtig sein auf den Trottoirs. Denn Temperaturen unter Null können zu Eisglätte führen – besonders auf der Baldegg auf über 500 Meter über Meer. Im Quartier Münzlishausen ist kürzlich ein Fussgänger so schwer gestürzt, dass ihn das Krankenauto abtransportieren musste. Die Diagnose: doppelter Beinbruch.

Für Thomas Scheurer, Nachbar des Verunfallten, ist klar: Ein angemessener Winterdienst hätte diesen Unfall verhindern können. Mit einem Brief an die Stadt Baden machte er seinem Unmut Luft.

Er beklagte sich, dass nur die Baldeggstrasse gesalzen werde, nicht aber die Quartierstrassen. «Glatteis wird auf abschüssigen Wegen lebensgefährlich», schreibt Scheurer in seinem Brief. «Unser Quartier hat viele ältere Bewohner! Da kann ein Sturz fatale Folgen haben. Vormals mobile und selbstständige Personen können zum Pflegefall werden.»

Und mit einem Augenzwinkern ergänzt er: «Bei uns, in der voralpinen Hügelzone von Münzlishausen, ist es oft die entscheidenden eins bis zwei Grad kälter, als beim Stadthaus unten.»

Kontrollfahrt morgens um 4 Uhr

Werkhof-Leiter Thomas Stirnemann und Stadtrat Roger Huber bedauern den Unfall, wie sie in ihrer Antwort an Thomas Scheurer schreiben. Auf Nachfrage erklärt Thomas Stirnemann: «Unser Ziel ist es, sichere Verkehrswege zu bieten.

Im Moment ist die Wetterlage aber sehr mühsam.» Mit den eisigen Temperaturen und dem Reif am Morgen könnten sich die Verhältnisse innert Minuten ändern. Jeden Morgen fährt deshalb der Pikettleiter des Werkhofs durch die Stadt, um besonders exponierte Stellen zu kontrollieren.

Auch am besagten Morgen, an dem der Fussgänger stürzte, drehte der Pikettleiter seine Runden durch Baden. Als er um 4.15 Uhr durch Münzlishausen fuhr, stellte er keine Glätte fest. Etwas später vereisten einige Trottoirs, weshalb der Werkhof zwischen 5.45 und 7 Uhr alle Fussgängerwege salzte. Die Quartierstrassen wurden am Vortag bereits enteist.

«Trotz regelmässiger Kontrollen können wir bei der aktuellen Wetterlage nicht verhindern, dass örtlich vereiste Flächen entstehen», sagt Stirnemann. «Präventiv salzen dürfen wir gemäss Gesetz nur bei kritischen Wetterlagen und an exponierten Stellen.»

Stirnemann appelliert deshalb an die Eigenverantwortung der Fussgänger, aber auch der anderen Verkehrsteilnehmer. «Es braucht in dieser Zeit einfach die richtige Ausrüstung beim Auto oder wintertaugliches Schuhwerk.» Zudem könne man nicht erwarten, dass 365 Tage im Jahr die besten Verhältnisse herrschen.

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