Untersiggenthal
«G’haue oder g’stoche»: Ein Theater haucht dem Museum Leben ein

Zum 111. Geburtstag des Dramatischen Theatervereins Untersiggenthal (DVU) verwandelt sich das Ortsmuseum in eine Bühne. Aufgeführt wird das Stück «g’haue oder g’stoche», in dem das Leben einer Bauernfamilie im Mittelpunkt steht.

Philippe Neidhart
Merken
Drucken
Teilen
Die Räumlichkeiten im Ortsmuseum bieten die perfekte Kulisse für das Stück «g’haue oder g’stoche», in dem das Leben einer Bauernfamilie im Mittelpunkt steht.

Die Räumlichkeiten im Ortsmuseum bieten die perfekte Kulisse für das Stück «g’haue oder g’stoche», in dem das Leben einer Bauernfamilie im Mittelpunkt steht.

Philippe Neidhart

Wir schreiben das Jahr 1915 – im Bauernhaus an der Kirchstrasse herrscht reges Treiben. Im Wohnzimmer vergnügen sich die Männer beim Kartenspiel, in der Küche schwelgen zwei Mägde in Erinnerungen. Nur dem alten Bauern geht es gar nicht gut, bleich und reglos liegt er im Bett.

«G’haue oder g’stoche» nennt sich das Stück, das vom Dramatischen Theaterverein Untersiggenthal (DVU) zur Feier seines 111-jährigen Bestehens im Dachstock des Ortsmuseums aufgeführt wird. Im Mittelpunkt steht dabei das Leben einer Bauernfamilie über mehrere Generationen. Es ist zweifelsohne ein intensives Theatererlebnis – als Zuschauer befindet man mittendrin im äusserst lebhaften Haushalt, der auf mehreren Bühnen gleichzeitig inszeniert wird.

Es wird gezimmert, geputzt und gekocht, während die Kinder schreiend herumrennen. In der Werkstatt des Schuhmachers Näf erfährt der Zuschauer derweil den neusten Klatsch und Tratsch aus dem Dorf. Dabei vergeht die Zeit wie im Flug – rund 65 Jahre Ortsgeschichte sind es im knapp 90 Minuten dauernden Theaterstück. Musikalisch begleitet wird dieses durch Christian Bossert und Fredi Spreng, die dem Treiben im ehemaligen Bauernhaus eine spezielle Atmosphäre verleihen.

Zwischen Fakt und Fiktion

Konzipiert wurde das Stück von der Autorin und Regisseurin Trix Lehr. Es ist eine Geschichte über Veränderungen, welche die Zeit mit sich bringt. Auf einmal wollen die Kinder den Hof nicht mehr übernehmen und werden lieber Kindergärtnerin oder suchen Arbeit bei der BBC. Dabei schafft es Lehr, die alltäglichen Freuden und Sorgen mit bäuerlichem Schalk und einer Prise schwarzem Humor anzureichern. Hinzu kommt das Ortsmuseum als aussergewöhnliche und authentische Kulisse.

Diese stellt jedoch auch hohe Anforderungen – sowohl an die Schauspieler als auch an die Organisatoren vom «Theater im Museum». Eineinhalb Jahre hat das OK rund um Präsident Marcel Meier auf die Premiere hin gearbeitet. Und es hat sich sichtlich gelohnt, so waren 9 von den insgesamt 13 Vorstellungen bereits vor der Premiere ausverkauft.

Auch Katja Stücheli, Aktuarin der Ortsmuseumskommission und OK-Mitglied, zeigt sich äusserst erfreut über den Erfolg: «Das Ortsmuseum lebt und ist ganz und gar nicht verstaubt, dieses Theater ist der beste Beweis dafür.»