Baden

Galgenbuck wird Baugebiet – damit Dättwil um 1500 Einwohner wachsen kann

Das Entwicklungsgebiet Galgenbuck am südlichen Rand von Dättwil

Das Entwicklungsgebiet Galgenbuck am südlichen Rand von Dättwil

Das Wohngebiet Galgenbuck gilt als grosse Landreserve von Baden. Dank ihr soll die Stadt weiter wachsen können. Ihr schwebt ein familienfreundliches Wohnquartier vor, unter anderem mit einem autoreduzierten Wohnen.

Wohnraum für 1500 bis 1800 Personen und bis zu 300 Arbeitsplätze sollen im neuen Dättwiler Wohngebiet Galgenbuck entstehen. Das Gebiet, auf dessen höchstem Punkt, dem Richtplatz der Stadt Baden, einst ein Galgen gestanden hatte, wird seit einigen Jahren als letzte grosse Landreserve der Stadt Baden gehandelt. Seit die neusten Bevölkerungsprognosen bekannt geworden sind, ist eine Einzonung zu einem vordringlichen Thema geworden. Ohne den Galgenbuck wäre die Stadt Baden nämlich ausserstande, das drohende Defizit an Wohnraum für die zu erwartenden rund 4000 Personen bis ins Jahr 2035 zu decken.

Gegenüber Richtplan verdichtet

Unlängst wurde der Galgenbuck bei der Anpassung des Kantonalen Richtplans diskutiert. Wenn 10 Hektaren an Fruchtfolgeflächen geopfert würden, soll dafür dichter gebaut werden. Diesem Wunsch trug die Stadt Rechnung und erhöhte die vorgesehene Geschossfläche von total 87 500 auf 100 000 Quadratmeter.

Besonderes Augenmerk gilt dem Verkehr: «Unser Ziel ist es, dass der Galgenbuck keine massive Verkehrszunahme auslöst», sagt Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider. Insbesondere soll sich die Situation auf der Mellingerstrasse nicht wesentlich verschärfen. Das Angebot an Parkfeldern gegenüber der geltenden Norm will man auf maximal 70 Prozent reduzieren. Zusätzlich wird im Galgenbuck auch «autoreduziertes Wohnen» ermöglicht.

Mit diesen Massnahmen soll die Gesamtzahl der Parkfelder die Zahl von etwa 600 nicht übersteigen; bei 100 000 Quadratmetern wären es ansonsten 1000 Parkplätze gemäss VSS-Norm (Normierung im Schweizer Strassen- und Verkehrswesen). Auf eine gute Erschliessung des Galgenbucks mit dem öffentlichen Verkehr werde die Stadt grosses Gewicht legen, sagt Schneider weiter. «Dabei kommt uns sicher die zentrale Lage entgegen.»

Mit dem geplanten Kreisel Esp und einer separaten Busspur stadteinwärts wird dies laut Schneider auch vom Kanton unterstützt. Mit Blick in die weitere Zukunft spreche der Stadtrat an Koordinationssitzungen mit der SBB jeweils auch die Zukunft der Nationalbahnlinie an, sagt Schneider. Vorderhand stehe diese aber als Alternative für den Kommunalverkehr nicht zur Diskussion.

Nachhaltig und familienfreundlich

Die Zone Galgenbuck ist gemäss Entwicklungsrichtplan als familienfreundliches Wohnquartier gedacht, welche die Ziele des nachhaltigen, autoreduzierten, energieeffizienten und emissionsarmen Wohnens erfüllen soll. Vorgesehen sind dreigeschossige Bauten, wobei ein zusätzliches Geschoss bewilligt werden kann, wenn dabei eine städtebaulich einwandfreie Lösung erreicht wird und die Nachbargrundstücke nicht übermässig beeinträchtigt werden.

Nebst dem Wohnen sind nicht störende und westlich an der Bahnlinie auch mässig störende Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe möglich sowie Läden mit Produkten für den täglichen Bedarf, ausserdem öffentliche Quartiernutzungen.

Die Anhöhe des Galgenbucks soll aufgrund der topografischen wie auch der historischen Bedeutung der Grünzone zugewiesen werden. Auf die im Süden des Gebiets vorgesehene Zone für öffentliche Bauten will der Stadtrat verzichten, zumal kein Bedarf bestehe. An den äussern Streifen des Galgenbucks respektive als Puffer ist eine Freihaltezone geplant.

In ihrer Beurteilung der Teilrevision kommen die Fachleute des Raumentwicklungsbüros Planar zum Schluss, dass die Bauzone Galgenbuck in sozialer wie in ökonomischer Hinsicht richtig und die vorgesehene Nutzungsplanung mit ihren Instrumenten für deren Entwicklung geeignet seien. 

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