Mellingen
Garagenbrand: Darum kamen 70 Feuerwehrleute

Im «Neugrüen» brannte am Sonntag die Garage eines Mehrfamilienhauses. Die freiwillige Feuerwehr rückte mit einem Grossaufgebot an.

Sabina Galbiati
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Nachdem die Feuerwehr Regio Mellingen den Brand gelöscht hat, wird der Schaden sichtbar.
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Nachdem die Feuerwehr Regio Mellingen den Brand gelöscht hat, wird der Schaden sichtbar.
Der Schaden ist gross nach dem Brand in der Garage

Nachdem die Feuerwehr Regio Mellingen den Brand gelöscht hat, wird der Schaden sichtbar.

Feuerwehr Regio Mellingen

Am Sonntagmorgen brannte in der Wohnüberbauung «Neugrüen» eine Garage eines Mehrfamilienhauses. Das Feuer griff auf die Hausfassade über. Die Feuerwehr Regio Mellingen rückte mit einem Grossaufgebot von 70 Feuerwehrleuten von insgesamt 117 an. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Eine Person musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung zur Kontrolle ins Spital.

Roger Kohler, Kommandant der Feuerwehr Regio Mellingen erklärt, warum es bei diesem vermeintlich kleinen Garagenbrand gleich zu einem Grossaufgebot mit 70 Mann kam. «Der Alarm aus der Notrufzentrale in Schafisheim ging bei uns mit einem sogenannten ‹Brand gross› ein», sagt Kohler. «Bei einem ‹Brand gross› sind wir verpflichtet, innerhalb von zehn Minuten mit zwei Löschfahrzeugen und mindestens 10 Feuerwehrleuten vor Ort zu sein.» So lauten die Vorgaben der Aargauischen Gebäude Versicherung. Bei einem «Brand gross» werden alle der 117 Feuerwehrleute alarmiert. «So stellen wir als Milizfeuerwehr sicher, dass bei einem Grossbrand genug Feuerwehrleute im Einsatz stehen», erklärt Kohler. «Wir rufen dann nicht einzelne wieder zurück, diese Möglichkeit haben wir nicht, aber vor Ort kann man jeweils sehr schnell entscheiden, ob ein Teil wieder abrücken kann.»

Brand in Mellinger Dppeleinfamilienhaus
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Die FEuerwehr war rasch vor Ort.
Der Brand konnte gelöscht werden.
Es entstand hoher Sachschaden.

Brand in Mellinger Dppeleinfamilienhaus

Philipp Ammann/TeleM1

In diesem Fall sei das Grossaufgebot richtig gewesen, weil die Garage nicht freistehend war, sondern im Parterre des Reiheneinfamilienhauses am Rande des «Neugrüen». «Die Häuser des ‹Neugrüen› haben eine komplexe Bauweise und bestehen hauptsächlich aus Holz», sagt Kohler. Deshalb sei die Gefahr, dass sich ein Brand leicht ausbreite, grösser als beispielsweise bei einem Beton-Bau. Hingegen war die Gefahr von Glutresten, die durch den Wind fortgetragen und neue Brandherde verursachen, wegen des Regens am Sonntag gering.

Der Wochentag spielt eine Rolle

Dass gleich 70 Feuerwehrleute vor Ort waren, hängt auch mit dem Wochentag zusammen. Bei einem Alarm wie diesem werden alle Einsatzkräfte gerufen, auch, weil nicht immer alle schnell genug vor Ort sein können. «Unter der Woche sind die meisten Feuerwehrleute am Arbeiten», sagt Kohler Aber an einem regnerischen Sonntag wie diesem seien viele zu Hause gewesen. «Entsprechend waren sie schnell vor Ort.» Zumal das Feuerwehrmagazin auch nur rund 500 Meter Luftlinie vom «Neugrüen» entfernt ist. Kohlers Fazit: Alle haben sehr gut reagiert, vom Anrufer über die Notrufzentrale bis zu unseren freiwilligen Feuerwehrleuten.

Auch wenn am Sonntag ein Grossaufgebot am Eichweg im Einsatz stand: Da es sich um eine freiwillige Feuerwehr handelt, dürften sich die Kosten des Einsatzes in Grenzen halten. Kommandant Kohler schätzt diese auf rund 7000 Franken. Den Betrag teilen sich die vier Verbandsgemeinden, Mellingen, Wohlenschwil, Mägenwil und Tägerig.

Brandermittler und Kriminalpolizei untersuchen derzeit den Fall. Bei der Brandursache stehe Fahrlässigkeit im Vordergrund, heisst es bei der Kantonspolizei. Bisher gebe es keine Hinweise auf Brandstiftung.