In der Region Baden leben immer mehr Dachse. Zurzeit dürfte allein die Wettinger Population gegen fünfzig Tiere zählen, schätzt der Jagdaufseher Arno Heinz.

Wie vom Draufgänger Dachs zu erwarten ist, sind die Zeichen seiner Anwesenheit deutlich. Oberhalb des Sulzberg-Kreuzes etwa hat er zig Baue errichtet, wobei er nicht mit Aushub gespart hat. Die gewaltigen Erdhaufen vor den Höhlen plakatieren: Hier bin ich.

Verwüstete Rasen

Nachts, wenn Grimbart sein Eigenheim verlässt, verlässt er immer häufiger gleichfalls den Wald. Viele Baue liegen in Siedlungsnähe.

So hinterlässt er auch in den Quartieren seine Spuren: Wenn ein Wettinger eines taufrischen Morgens durch seinen Garten lustwandelt, kann er ob des Anblicks seines wohlgepflegten Rasens schon mal in Schockstarre verfallen.

Der Fleck Wimbledon präsentiert sich dergestalt, als hätte darauf jemand ein Grümpi veranstaltet - der Dachs hat gnadenlos gewütet. Das Raubtier, das den Hundeartigen angehört, durchwühlt den Rasen nach Würmern und Engerlingen, von denen es heuer besonders viele zu schnabulieren gibt.

Tödliche Krankheiten

Dass der Dachs die Quartiere verunsichert, hat der Mensch selbst initiiert. «Die Leute stellen Futter für Wildtiere bereit», von Fleisch über Kartoffeln bis zum Gemüse kennt Arno Heinz das ganze Menü.

Die Fütterung sei aber weder herzig noch sinnvoll. Dachse und andere Wildtiere gehörten nicht in die Quartiere, ist der Jagdaufseher überzeugt.

Dies aus gutem Grunde: Derzeit grassieren zwei mitunter tödliche Krankheiten, welche die Wildtiere auf Haustiere übertragen können.

«Von den Krankheiten Staupe und Räude musste ich schon mehrere Tiere erlösen», gibt Arno Heinz zu bedenken, und einige Tiere fand er bereits tot auf. Deshalb sein unmissverständlicher Aufruf: «Hört auf, die Tiere zu füttern!».

Keine natürlichen Feinde

Nicht allein der komfortablen Kulinarik wegen werden die Dachse zahlreicher. Mit dem Wolf, dem Fuchs und dem Bären sind die natürlichen Feinde des Tieres weitgehend verschwunden.

Seit der Begasung der Baue in den Siebzigerjahren im Rahmen der Tollwutbekämpfung haben sich die Populationen entsprechend frei erholen können. Arno Heinz sieht momentan noch keinen Grund, den Dachs zu bejagen; der Bestand sei nicht alarmierend.

Mit verwüsteten Maisfeldern müssen die Bauern also leben. Verwüstete Rasen in den Quartieren könnten längerfristig seltener werden, essen denn die Naturromantiker ihren Fünfgänger selbst.