Baden
Gastro-Profis übernehmen Badener Badi-Beiz

Schweizweit entdecken Gastronomen das Potenzial der Schwimmbad-Restaurants – auch im Terrassenbad in Baden wird vieles ändern. Doch keine Angst: Badi-Klassiker wie Schnipo wird es weiterhin geben.

Pirmin Kramer
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Die vergangenen acht Jahre war die Arwo-Stiftung Pächterin der Badi-Beiz. AZ/Archiv

Die vergangenen acht Jahre war die Arwo-Stiftung Pächterin der Badi-Beiz. AZ/Archiv

Walter Schwager

Die Zeiten, in denen Schweizer Schwimmbäder punkto Kulinarik allenfalls mit Würstchenbuden mithalten konnten, gehören immer mehr der Vergangenheit an: Gastronomen entdecken das grosse Potenzial, das in den Badis steckt. Im Zürcher Strandbad Mythenquai beispielsweise hat letztes Jahr Stargastronom Rolf Hiltl das Zepter übernommen, der ganz auf Vegetarisches setzt. Auch im Schwimmbad Baden kommt es nun zu einem Pächterwechsel – und auch hier soll sich mehr ändern als bloss das Personal.

Als Nachfolge für die Stiftung für Behinderte Wettingen (Arwo), die das Restaurant und den Kiosk acht Jahre lang betrieben und den Pachtvertrag per Ende 2014 gekündigt hatte, hat die Stadt Baden Christoph Wanner (47) und Philipp Penelas (34) mit ihrer «Badi Gastro GmbH» ausgewählt.

«Sie überzeugten mit einem neuen, innovativen und originellen Konzept. Auf die Gäste des Terrassenbades wartet ein neues Food- und Getränkeangebot, abgestimmt auf Familien, Senioren und junge Gäste», heisst es in der Mitteilung der Stadt. «Neu sollen sich auch gesundheitsbewusste Menschen und Vegetarierinnen und Vegetarier angesprochen fühlen.»

Christoph Wanner, der in Baden bereits «Soda», «Brennpunkt» und «Promi» führte und aktuell für «LWB», «Laden 5» und «Biergarten» mitverantwortlich ist, erklärt:

«Wir wollen nicht alles umkrempeln und keinesfalls zu einer Bio-Badi werden. Badi-Klassiker wie Schnitzel mit Pommes frites werden im Terrassenbad weiterhin angeboten. Wir hinterfragen aber das Sortiment und sind überzeugt, dass Innovationen gefragt und Anpassungen nötig sind. Für viele Menschen hat gesunde Ernährung in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, diesem Bedürfnis wollen wir Rechnung tragen.»

Noch stehen die Details nicht fest, aber es werde vermutlich in gewissen Wochen auch mexikanisches, thailändisches oder chinesisches Essen geben. «Unser Ziel ist ganz grundsätzlich, den Erlebnisfaktor zu erhöhen und in der Badi idealerweise sogar ein Ferienfeeling zu ermöglichen.»

Gemeinsam mit Christoph Wanner wird im Terrassenbad Philipp Penelas für die Gastronomie zuständig sein; der gelernte Koch und Metzger sowie Absolvent der Hotelfachschule Luzern arbeitete die vergangenen drei Sommer im Badener Biergarten. Warum übernehmen die beiden Gastronomen nun erneut ein Outdoor-Restaurant? Christoph Wanner erklärt: «Die Abhängigkeit vom guten Wetter ist zwar tatsächlich gross, aber unser Zeithorizont beträgt rund fünf bis zehn Jahre. In dieser Zeitspanne sind erfahrungsgemäss zwei, drei sehr gute Sommer dabei. Es wäre ein Vabanquespiel, das Konzept nur auf einen Sommer auszurichten.»