«Gate 54»-Betreiber
Spezielle Aktion: Corona-Pflegepersonal erhält 300 Gratis-Tickets für eine Party in der Brauerei Wettingen

Claude und Andres Häusler vom «Gate 54» in Baden wollen sich beim Spitalpersonal für den ausserordentlichen Einsatz während der Pandemie bedanken. Ihre Mutter ist selbst schwer an Corona erkrankt, das Mitgefühl des Spital-Personals hat die Brüder beeindruckt.

Zara Zatti
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Die Brüder Claude und Andres Häusler vom «Gate 54» wollen dem Pflegepersonal etwas zurückgeben.

Die Brüder Claude und Andres Häusler vom «Gate 54» wollen dem Pflegepersonal etwas zurückgeben.

Alex Spichale

Die Event-Betreiber Claude und Andres Häusler wissen, was es heisst, um einen geliebten Menschen zu bangen, der an Covid erkrankt ist. Ihre Mutter selbst infizierte sich mit dem Virus und lag längere Zeit auf der Intensivstation im Kantonsspital Baden. Wegen der Infektionsgefahr konnten sie die Mutter nicht besuchen: «Ich habe häufig verzweifelt auf der Station angerufen», sagt Andres Häusler. Dabei sei er immer sehr freundlich und emphatisch behandelt worden:

«Wir wissen alle, wie stressig die Pandemie für das Pflegepersonal war. Dennoch haben sie sich die Zeit am Telefon genommen, und immer mit viel Mitgefühl mit mir gesprochen.»

Der Mutter geht es mittlerweile wieder gut. Doch der Spitalaufenthalt und die positiven Erfahrungen mit den Angestellten blieb in Erinnerung. Nun wollen sie sich revanchieren.

Die Tickets gingen an sechs Spitäler im Aargau

Die Brüder betrieben bis vor kurzem den Nachtclub «Gate 54» in Baden. Vor einer Woche gaben sie bekannt, dass der Club für immer schliessen wird. Neu wollen sie sich ganz auf aussergewöhnliche Partyevents in der Region konzentrieren. Die erste Veranstaltung findet in zwei Wochen im Lägerebräu in Wettingen statt. Diese nutzen sie auch, um ein Zeichen der Dankbarkeit zu setzten. 300 Tickets schickten sie am Montag an sechs Spitäler im Aargau, darunter etwa das Kantonsspital Baden oder Aarau.

«Es war eine sehr harte Zeit für die Angestellten im Spital, das ist jetzt die Möglichkeit, uns für den unglaublichen Einsatz zu bedanken», sagt Andres Häusler. Damit sind die Brüder nicht allein. Laut dem Kantonsspital Baden hätten solche Gesten der Wertschätzung gegenüber dem Spitalpersonal seit Beginn der Coronapandemie zugenommen. Wiederholt hätten Firmen oder Privatpersonen dem Spital Sach- oder Geldspenden zukommen lassen.

«Anstecken kann man sich überall»

Die Veranstaltung hat eine Kapazität von knapp 1000 Personen. Machen sie sich keine Sorgen, dass sich die Spitalkräfte an der Party anstecken könnten? «Anstecken kann man sich überall», sagt Andres Häusler. Mit dem Corona-Zertifikat, welches man für einen Eintritt benötigt, sei die nötige Sicherheit gegeben.

Damit sich Feierlustige auch spontan testen lassen können, arbeiten die Betreiber für den Abend mit der TopPharm Rathaus-Apotheke in Wettingen zusammen. Etwa 200 Tests können so direkt vor Ort durchgeführt werden.

Die Brüder hoffen, dass auch andere, so etwa Restaurants, ihrem Beispiel folgen, und dem Pflegepersonal in irgendeiner Form etwas zurück geben.

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