Gebenstorf
20 Stellen standen auf dem Spiel: Neues Autohaus kann nun doch gebaut werden

Weil die Baubewilligung der BMW-Garage Felix Emmenegger AG für einen Neubau im Gebenstorfer Geelig nun rechtskräftig ist, kann schon bald mit den Arbeiten begonnen werden. Bei Beschwerden hätte es für die Angestellten am jetzigen Standort in Windisch düster ausgesehen.

Claudia Laube
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Bei der Einfahrt Vogelsangstrasse in den Hornblick ins Einkaufsgebiet Geelig wird auf der linken Seite ein neues Autohaus gebaut. Rechts davon befindet sich die Landi (nicht im Bild).

Bei der Einfahrt Vogelsangstrasse in den Hornblick ins Einkaufsgebiet Geelig wird auf der linken Seite ein neues Autohaus gebaut. Rechts davon befindet sich die Landi (nicht im Bild).

Sandra Ardizzone (21.12.21)

Marco Emmenegger kann aufatmen: Die im November gesprochene Baubewilligung für den Neubau seiner BMW-Garage Felix Emmenegger AG im Gebenstorfer Einkaufsquartier Geelig ist rechtskräftig. Schon bald kann mit dem Bau gestartet werden. Trotz Einsprachen im Baugesuchsverfahren haben die Einwender die Bewilligung nicht mehr angefochten: «Es ist keine Beschwerde beim Kanton eingetroffen», sagt Emmenegger. Dies, obwohl die Einwender nach Informationen der AZ nach Gesprächen nicht zu 100 Prozent zufriedengestellt waren.

Doch sie wussten, was bei einer weiteren Verzögerung passiert wäre: Der jetzige Standort des Autohauses in Windisch hätte ohne Anschlusslösung für die 20 Angestellten geschlossen werden müssen. Ende 2023 läuft der BMW-Vertrag aus, der nicht erneuert worden wäre, weil die Windischer Räumlichkeiten nicht mehr den Ansprüchen genügen.

Marco Emmenegger hat das Windischer Grundstück inzwischen verkauft, auch weil er davon ausging, den Neubau im Geelig rechtzeitig realisieren zu können. Doch da wusste er noch nicht, in welches Wespennest er in Gebenstorf stechen würde. Die Fronten dort sind verhärtet. Die Landi Wasserschloss war in den vergangenen Jahren eine der wenigen Eigentümerinnen, die hier immerhin eine Erweiterung realisieren konnte.

Die Pfeiler für den Neubau des Autohaus Felix Emmenegger sind ausgesteckt.

Die Pfeiler für den Neubau des Autohaus Felix Emmenegger sind ausgesteckt.

Sandra Ardizzone

Gescheitert sind zuletzt Aldi Suisse und die Bovida AG. Letztere plante einen McDonalds-Drive-in, der diametral zum geplanten Autohaus Emmenegger auf der anderen Seite des Geeligs realisiert werden sollte. Da lag 2019 zwar zuerst eine Baubewilligung vor, die hob der Kanton aber wieder auf. Die Bovida AG zog bis vor Bundesgericht, das im April dieses Jahres das Projekt endgültig beerdigte. Seit Mitte Dezember liegt am selben Ort eine neue Baubewilligung für ein Gewerbegebäude mit einem «normalen» Gastrobetrieb vor. Die ist aber noch nicht rechtskräftig.

Im Mai wurde ausserdem bekannt, dass Discounter Aldi Suisse, der vor rund 16 Jahren das heutige Einkaufsparadies Geelig begründete, sein Baugesuch für einen Komplett-Umbau wieder zurückgezogen hatte. Drei Einsprecher brachten das Bauprojekt zum Erliegen. Trotz vorliegender Baubewilligung wollte Aldi einen langwierigen und teuren Rechtsstreit vermeiden und gab auf.

Unsichere Monate und intensive Gespräche

Ähnliches bleibt Marco Emmenegger erspart, für den es keinen Plan B gab, wie er sagt. Auf einer Grundstücksfläche von rund 5700 Quadratmetern werden an der Einfahrt Vogelsangstrasse/Hornblick schon bald Verkaufsräume und eine Werkstatt mit eigener Autowaschanlage entstehen, alles auf dem modernsten Stand und auf Elektromobilität ausgerichtet. Ungefährer Kostenpunkt: 14,2 Millionen Franken.

Ursprünglich war geplant, im Juli mit den Bauarbeiten zu beginnen, damit die Räumlichkeiten im April 2023 fertiggestellt gewesen wären. Weil sich aber die Baubewilligung aufgrund der Einsprachen beim Baugesuch verzögerte, dauert es bis zur Fertigstellung wohl bis Ende 2023. Doch das ist für Emmenegger das kleinere Übel.

Das Autohaus Felix Emmenegger AG erhält grünes Licht für den Neubau im Geelig.

Das Autohaus Felix Emmenegger AG erhält grünes Licht für den Neubau im Geelig.

Sandra Ardizzone

Hinter ihm liegen unsichere Monate und intensive Gespräche mit der Gemeinde und den Einsprechern. Dabei stand nicht der Bau des Autohauses an sich in der Kritik, sondern die Strasse davor, der Hornblick, eine Gemeindestrasse. Auflage des Kantons war, dass die Strasse mit dem Neubau verbreitert werden muss. Dies geschieht vorab auf Kostenrisiko von Bauherr Emmenegger – inklusive Trottoir und Allee. Die Einwender sind aber der Meinung, dass dies Sache der Gemeinde ist und nicht der privaten Eigentümer.

Die Strassen durch das Einkaufsquartier Geelig sind die Achillesfersen des Gebiets. Durch die inzwischen zahlreichen Dienstleistungsbetriebe wie Coop, Migros und Aldi und weiterem lokalen Gewerbe hat sich die Verkehrssituation auf den engen Strassen als immer brenzliger erwiesen. Um das Quartier für alle sicherer und freundlicher zu gestalten, befindet sich einiges in Arbeit bei der Gemeinde, noch ist aber nichts rechtskräftig. Verbesserungen sollen unter anderem mit dem Entwicklungsrichtplan (ERP) erzielt werden, der im Sommer dem Kanton zur Überprüfung vorgelegt wurde.

Marco Emmenegger ist derweil einfach erleichtert, dass das Familienunternehmen und BMW auch nach 2023 weiterhin in der Region präsent sein werden.