Badenfahrt
Gediegenes Ambiente versus buntes kulturelles Treiben

Im Bau des Badenfahrt-Komitees auf der Hochbrücke haben zwei sehr unterschiedliche Konzepte Platz gefunden. In den Festbeizen gibt es nicht nur Speis und Trank, auch Live-Music, DJs, Performance, Theater und bildende Kunst bekommen ihre Plattform.

Fabienne Tanoa
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Festbeiz des Badenfahrt-OKs auf der Hochbrücke
6 Bilder
Auf der Hochbrücke treffen zwei unterschiedliche Beizen: die «Mondloft» und der «Tempel Blaublau».
Auf der Badener Seite der Brücke steht die «Mondloft», die den Feiernden auch einen gewissen Komfort bietet.
Auf der Wettinger Seite entsteht mit dem «Tempel Blaublau» eine kleine Kultur- und Kunstoase.
So soll der Holzbau aussehen.
Ein Standort - zwei Vereine: Patricia Bianchi vom Verein "BlauBlau" und Bruno Brändli, Benj Krismer und Severin Egli von der "Mondloft" (es fehlt Pietro Giramonti). Ein Standort - zwei Vereine: Patricia Bianchi vom Verein "BlauBlau" und Bruno Brändli, Benj Krismer und Severin Egli von der "Mondloft" (es fehlt Pietro Giramonti).

Festbeiz des Badenfahrt-OKs auf der Hochbrücke

zvg

Entlang der Hochbrücke wird für die Badenfahrt ein 110 Meter langer Holzbau installiert – der Hauptbau des Badenfahrt-Komitees. Die beiden doppelstöckigen Flanken des Gebäudes ragen in luftiger Höhe über den Brückenrand hinaus. Hier erwarten die Festbesucher zwei Beizen-Projekte, die ausser ihrem Standort kaum etwas gemein haben: die «Mondloft» und der «Tempel Blaublau». In der Sprache des Badenfahrt-Sujets ausgedrückt: Gediegenes Ambiente versus buntes kulturelles Treiben, DJs und edle Drinks versus Freischnauze-Kunst und pragmatische Speisekarte.

Beim Brückenkopf Baden steht die «Mondloft». Das Team ist gespickt mit erfahrenen Badenfahrt- und Gastroprofis. Entstanden ist ein Konzept für jene, die zwar gerne feiern, aber dennoch Wert legen auf Komfort – sei es bezüglich Einrichtung und Optik oder Getränke- und Speiseauswahl. Optisch ist der Name Programm: «An einigen Stellen wird Milchglas eingesetzt», sagt OK-Mitglied Benj Krismer. «Dadurch scheint der Mond zu uns hinein und wir strahlen in die Nacht hinaus.» Kulinarisch hat sich der Verein für ein sommerliches Menü entschieden und bietet den Gästen unter anderem diverse Flammkuchen sowie Kaltschalen an. Weil das Publikum von der «Mondloft» aus direkten Blick auf die Hauptbühne im Graben hat, sind die dortigen Konzerte ins Programm integriert. «Davor und danach bieten wir aber unser eigenes Line-up», ergänzt OK-Mitglied Bruno Brändli. «Wir haben Live-Acts und DJs – so auch DJ Dabu von DabuFantastic.»

Zürcher mit Badener Kultur

Auf der Wettinger Seite hat der Kulturverein «BlauBlau» ein Plätzchen gefunden. Zwar ist der Verein in Zürich angesiedelt, hat aber auch Badener Kulturfreunde in seinen Reihen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, leerstehende Gebäude für kulturelle Zwecke zwischenzunutzen. Mit dem Einzug an der Badenfahrt setzen sich die Mitglieder sozusagen ins gemachte Nest. «Für uns war klar, dass wir mit der Badenfahrt einen ganz neuen Rahmen für unsere Ideen haben», erklärt Projektkoordinatorin Patricia Bianchi. Sie sei gespannt, wie ein solch durchmischtes Publikum auf das Programm reagieren werde.

Über 50 Künstler aus den Bereichen

Live-Music, DJs, Performance, Theater und bildender Kunst bekommen ihre Plattform. Ein zeitliches Programm gibt es dabei nicht. Ganz nach dem Motto: Alles ist möglich. «Es darf verwirrt, überfordert und provoziert werden, es können sich dadurch Experimentierfelder öffnen», sagt Bianchi. Am Interieur des «Tempels» werkeln die Vereinsmitglieder seit Wochen. Dieser wird zudem von der Lausanner Künstlerin Maya Rochat ausgestattet. Inmitten von Partylärm und Barbetrieb soll so an der Badenfahrt eine kleine Kultur- und Kunstoase entstehen.

Bilder der Aufbauarbeiten der Badenfahrt:

Aufbauarbeiten für die Badenfahrt
30 Bilder
Hoch über der Limmat ragen die Holzbauten des OKs über den Rand der Hochbrücke.
Die Aussicht auf die Badener Altstadt ist prächtig.
Rien ne va plus auf der Hochbrücke: Seit dieser Woche ist sie für den Individualverkehr in beide Richtungen gesperrt.
Nur noch Busse und Velos dürfen bis zum Ende der Badenfahrt über die Hochbrücke fahren.
Die Zimmerei Meier aus Endingen baut den 111 Meter langen Pavillon des OKs auf der Brücke auf. Entworfen haben ihn die 2x2 Architekten aus Lenzburg von OK-Mitglied Peter Heusler.
Freie Sicht auf Wettingen: Die Hochbrücke wird zum Fussgängerparadies.
Neben der Sebastianskapelle auf dem Kirchplatz steht die Sandsibar der Cordulazunft.
Die Sandsibar hat schon Aufrichte gefeiert: Auf dem Kirchplatz soll bald ein Hauch von Afrika wehen.
Hinter der Stadtkirche stehen die Buden bereit.
Auf dem hinteren Kirchplatz liegt eines von vier zentralen Getränkelagern der Müllerbräu.
Die Raketenstation Universall der Gemeinde Ehrendingen ragt am Schlossbergplatz in die Höhe.
Von der obersten Plattform aus kann man auf 31 Metern Höhe die Aussicht über die Stadt geniessen.
Auf dem unteren Bahnhofplatz wächst die Blues- und Jazzbühne empor.
Statt dem Springbrunnen auf dem Bahnhofplatz sprudeln bald die Drinks im Bistro de la Presse.
Der Theaterplatz ist noch unverbaut, das Baumaterial steht bereit.
Im Graben entsteht die Beiz der Schrottbuebe.
Hier riecht es wie in der ganzen Stadt nach frisch verarbeitetem Holz.
Im Kurpark steht schon die Tribüne für das grosse Festspiel Universus. Nächste Woche beginnen hier die Generalproben unter der Regie von Philipp Boë.
Am Limmatufer neben dem Landvogteischloss entsteht das Piccolo Paradiso des Vereins Paradogma.
Die steilste Beiz der Badenfahrt: Am Hang neben der Hochbrücke rechts der Limmat baut der Verein Leviathan.
Das Terrassenhaus, das hier entsteht, bietet einen ganz anderen Blick auf die Stadt Baden.
Im Stohlergut proben die Chropfchrötte aus Wettingen schon auf ihrer Schrottboden-Alp.
Garantiert ohne Fipronil: Eine Wand aus Eierschachteln auf der Schrottboden-Alp.
Schrott, wohin das Auge schaut.
Polygon und Fantoche: Am Hang über dem Tränenbrünneli entstehen gleich mehrere Beizen und Bühnen.
Die Gerüstbauer der Firma Nüssli waren kreativ und haben hier kurzerhand in den Goldfischteich hinein gebaut.
153 Stufen von der Limmat bis zum Kurpark: Eine provisorische Treppe bietet während der Badenfahrt eine Alternative zum überfüllten Limmatlift.
Auch von hier hat man eine prächtige Aussicht über die Stadt.
Im Kafi Royal und bei der Alternativen Bühne beim Tränenbrünneli werden an der Badenfahrt Flüchtlinge und Asylsuchende mitarbeiten.

Aufbauarbeiten für die Badenfahrt

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