Wettingen

Gefährlich: An dieser Kreuzung passieren immer wieder Unfälle

Erst am Donnerstag kam es in Wettingen zu einem schweren Unfall. Ein Knabe wurde von einem Auto angefahren.

Erst am Donnerstag kam es in Wettingen zu einem schweren Unfall. Ein Knabe wurde von einem Auto angefahren.

Bei der Wettinger Kreuzung Landstrasse und Jurastrasse/Märzengasse wurde ein 7-jähriger Knabe bei einem Unfall schwer verletzt. Der Knoten gilt bei Einheimischen als gefährlich – nicht nur für Kinder.

Am Donnerstag, kurz nach Mittag, kam es bei der Kreuzung Landstrasse und Jurastrasse/Märzengasse zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein siebenjähriger Knabe schwer verletzt wurde. Die Ambulanz brachte das Kind ins Kantonsspital Baden, von wo es später mit dem Rettungshelikopter ins Kinderspital Zürich verlegt wurde. Wie es zum Unfall gekommen ist, klärt die Staatsanwaltschaft Baden derzeit noch ab. Fakt ist: Ein 22-jähriger Autofahrer fuhr mit seinem Alfa Romeo aus Richtung Furttalkreuzung durch Wettingen. Kurz vor der Einmündung Jurastrasse/Märzengasse erfasste das Auto den Jungen. «Dieser befand sich vorgängig rechts der Fahrbahn auf dem Trottoir», teilte die Kantonspolizei gestern mit. Die Polizei sucht nach Zeugen, die den Unfall beobachten konnten.

Der Wettinger Schulpflegepräsident Thomas Sigrist sagte am Freitag: «Dem Jungen geht es den Umständen entsprechend gut. Es werden noch weitere Abklärungen vorgenommen.» Der Schüler sei auf dem Heimweg von der Schule gewesen. Mehr dürfe er aus Rücksicht auf die Familie nicht sagen.

Immer wieder Unfälle

Es ist nicht der erste Unfall bei dieser Kreuzung: Auf Facebook schreibt eine Mutter, ihr Sohn und dessen Schul-Gspänli seien ebenfalls einmal an dieser Kreuzung angefahren worden. In einem anderen Kommentar äussert sich eine Frau, sie habe allmählich das Gefühl, an dieser Kreuzung komme es beinahe wöchentlich zu einem Unfall, glücklicherweise nur mit Blechschäden.

Gemeinderätin Kirsten Ernst (SP), die unter anderen die Ressorts Tiefbau, Mobilität und Verkehr leitet, sagt auf Anfrage: «Es ist gewiss eine gefährliche Kreuzung. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer, für Auto- und Velofahrer wie auch Fussgänger, und nicht nur für Kinder.» Die Sicherheit der Kreuzung sei bereits 2013 und 2014 aufgrund von Gesprächen mit den Elternräten verbessert worden, dies mithilfe von Mittelinseln, zusätzlicher Signalisation und Beschilderung sowie besserer Beleuchtung. «Für den Jungen tut es mir unglaublich leid, und es ist wichtig, dass nun der Unfallhergang geklärt wird», sagt Ernst.

Grundsätzlich ist der Kanton für die Landstrasse zuständig, da es sich um eine Kantonsstrasse handelt. Er plant, die Landstrasse in den kommenden Jahren auf der gesamten Länge der Gemeinde zu sanieren und aufzuwerten – so auch die betroffene Kreuzung. Armin Rauchenstein, Projektleiter beim kantonalen Baudepartement, sagt: «Wir klären derzeit in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wettingen, welche Bedürfnisse vorhanden sind.» Der Knoten werde im Rahmen des Projekts überprüft. Gemeinderätin Ernst: «Ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass in Verbindung mit einer Strassensanierung zusätzliche Massnahmen zur Optimierung der Verkehrssicherheit geprüft werden.»

Kein Unfallschwerpunkt

Mit 11'000 bis 14'000 Fahrzeugen pro Tag ist die Verkehrsbelastung auf der Landstrasse zwar gross. Dennoch: Beim Baudepartement ist der Verkehrsknoten Landstrasse, Jurastrasse/Märzengasse nicht als sogenannter «Unfallschwerpunkt» registriert.

Kai Schnetzler, Leiter der Sektion Verkehrssicherheit beim kantonalen Baudepartement sagt: «Der letzte Unfall mit einer verletzten Person an dieser Kreuzung geschah 2016, als ein Personenwagen und ein Lieferwagen einen Auffahrunfall hatten.» Dies sei laut den aktuellen Erhebungszahlen der letzten drei Jahre der einzige Unfall mit einer verletzten Person gewesen. «Die Schwelle, nach der ein Verkehrsknoten als Unfallschwerpunkt registriert wird, ist sehr tief. Drei Unfälle mit verletzten Personen innert drei Jahren können bereits ausreichen», sagt Schnetzler. Allerdings werden Unfälle, bei denen es nur zu Blechschäden kommt und niemand verletzt wird, nicht mitgezählt.

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