Baden

Gefährlicher Fund: Baggerführer stösst bei Schulhausplatz-Baustelle auf Mörserbombe aus dem Villmerger Krieg

Die Mörserbombe im Loch der Schulhausplatz-Baustelle. Bauleiter Otmar Burchia (l.) und Historiker Bruno Meier staunen über den gemachten Fund.

Die Mörserbombe im Loch der Schulhausplatz-Baustelle. Bauleiter Otmar Burchia (l.) und Historiker Bruno Meier staunen über den gemachten Fund.

Ein Baggerfahrer stiess gestern bei den Bauarbeiten am Schulhausplatz auf einen gefährlichen Fund. Seine Baggergabel förderte eine Mörserbombe aus dem Villmerger Krieg zu Tage.

Der Baggerfahrer auf der Baustelle am Schulhausplatz holte seinen Bauführer Otmar Burchia, als seine Schaufel gestern auf eine merkwürdige metallene Kugel gestossen war. Gemeinsam stiegen sie in die Baugrube hinunter. «Als wir die Kugel aus der Nähe sahen, dachte ich mir, dass wir etwas Besonderes gefunden haben», erzählt Burchia.


Der Bauführer hat den Gesamt-Projektleiter Michael Voser und die Stadt Baden über den aussergewöhnlichen Fund orientiert. Dort bestätigt man zwar den Fund, will allerdings keine näheren Auskünfte geben. Kommunikationschefin Jacqueline Keller erklärt: «Wir haben Historiker Bruno Meier mit ersten Abklärungen beauftragt und die Kantonsarchäologie eingeschaltet. Bevor sein Bericht vorliegt, können wir keine Auskünfte geben.» Die Kantonsarchäologie hat vorerst einen Baustopp verfügt, damit weitere Grabungen vorgenommen werden können. Zeitliche Verzögerungen beim Schulhausplatz-Umbau gebe es sicher nicht, sagt Michael Voser.


Es ist eine Mörserbombe
Bruno Meier war in seinem Element, als er bei der Fundstelle seine ersten Mutmassungen abgab. «Es ist natürlich eine sogenannte Mörserbombe, nicht etwa eine gewöhnliche Kanonenkugel», erkannte der Spezialist auf Anhieb. Bei dieser Mörserbombe handelte es sich um einen eingegossenen Steinbrocken. Sie hat ein Gewicht von gut 25 Kilogramm und einen Durchmesser von etwa 27 Zentimeter.

Augenschein in der Baugrube: Der Bauführer ist verblüfft, der Historiker stellt eine erste These auf.

Augenschein in der Baugrube: Der Bauführer ist verblüfft, der Historiker stellt eine erste These auf.

Damit ist sie vergleichbar mit derjenigen Mörserbombe, die Forstwart Ernst Fankhauser vor acht Jahren bei der Schlossruine gefunden hat. Darum war für Bruno Meier klar: Diese stamme aus dem Zweiten Villmergerkrieg respektive von der Belagerung der katholischen Stadt Baden durch die Zürcher und Berner im Jahr 1712. «Hier, wo ein kleiner Turm stand, endete die Festungsmauer», erklärt Meier und leitet eine erste Vermutung ab: «Die Kugel erreichte vermutlich ihr Ziel – die Festungsmauer – nicht, der Schuss dürfte also zu kurz geraten sein.»


Halfen Wettinger den Badenern?
Bruno Meier hat für die zu kurz geratenen Kanonenschüsse noch eine andere Theorie, die historisch überliefert ist. Als nämlich die Zürcher im Jahr 1712 durch das Limmattal anrückten, um die katholische Stadt Baden einzunehmen, flüchteten die Wettinger Männer und versteckten sich in den Rebbergen.

Die Zürcher versprachen, ihnen nichts zu tun, dafür mussten sie die Schanzen auf dem Feld bei der Sankt Anna bauen, damit die Zürcher ihre Kanonen aufstellen konnten. «Es könnte durchaus sein, dass die Wettinger – um den Badenern zu helfen – die Schanze absichtlich schief gegraben hatten, sodass die Kanonen zu kurz schossen.»

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen April-Scherz.

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