Baden

Gefahr für Shisha-Bars: Tabak für Wasserpfeifen ist massiv teurer geworden

Die «Nouba Lounge» ist eine von inzwischen vier Shisha-Bars in Baden.

Die «Nouba Lounge» ist eine von inzwischen vier Shisha-Bars in Baden.

Vor wenigen Jahren gab es nur eine, heute schon es schon vier: Die Shisha-Bars in Baden sind im Trend. Doch die massiv erhöhte Steuer auf Wasserpfeifentabak macht den Lokalen zu schaffen: Bars bangen um ihr Geschäft.

Spaziert man abends durch Baden, fällt in letzter Zeit vermehrt auf, wie sehr viele Jugendliche vor den Shisha-Bars der Stadt sitzen, gemütlich an den Wasserpfeifen ziehen und den aromatisierten Rauch sanft einatmen. Shisharauchen liegt im Trend: Gab es noch vor wenigen Jahren ein Shisha-Lokal in Baden, sind es heute vier. Vor allem am Wochenende sind sie rammelvoll.

Dem florierenden Geschäft könnte der Staat aber einen Strich durch die Rechnung gemacht haben: Im Mai hat der Bund die Importsteuer auf Shisha-Tabak von 10 auf 25 Prozent erhöht, fast in einer Nacht- und Nebelaktion: Die Zollverwaltung informierte die Importeure nur zwei Tage vorher.

Dies allerdings bewusst: «Der Bund wollte damit vor allem den Tabakschmuggel aus der Schweiz in die EU-Länder unterdrücken», sagt Stefan Meile vom Online-Händler Shisha König, obwohl auch Tabakprävention (siehe Interview) und Jugendschutz als Gründe angegeben wurden.

Gemäss Stefan Meile habe der Zoll festgestellt, dass letztes Jahr so viel Shisha-Tabak importiert wurde, wie er nur in der Schweiz kaum verkauft werden kann. «Der Tabak wurde zu 80 Prozent ins Ausland gebracht», sagt er. Dies, weil die Importsteuer in der Schweiz viel niedriger war als in den Nachbarstaaten.

Die Shisha-Bar-Betreiber in Baden stehen nun vor einem Problem. Sie zahlen neu massiv mehr für den Tabak, den Preisunterschied ganz auf die Kunden abwälzen können sie aber nicht. «Wenn der Preis zu hoch ist, verliere ich Kunden. So günstig wie früher kann ich die Shishas aber auch nicht verkaufen», sagt Abdel Chariak, Geschäftsführer der «Nouba Lounge» an der Oberen Gasse und dem «Git Un» in der Unterführung Schulhausplatz. Den Preis für einmal Shisharauchen hat er von 16 auf 20 Franken erhöht. Noch schlimmer sei aber, dass er derzeit kaum noch an Tabak herankomme. «Ich habe letzte Woche jeden Tag nach Lieferanten gesucht. Es scheint zurzeit alles ausverkauft», sagt er, der auch schon Angebote von Schwarzhändlern erhalten, diese aber abgewiesen habe. «Wir Barbetreiber können nichts dafür, wenn andere schmuggeln», macht er seinem Unmut Luft. «Falls ich keinen Tabak bekomme, habe ich ein Problem.» Stefan Meile von Shisha König bestätigt: «Die guten Aromen sind vergriffen, Nachschub gibt es gerade keinen.»

Den Preis erhöhen, die Kunden aber nicht vergraulen – in dieser Zwickmühle befinden sich die Barbetreiber. Nicht alle gehen aber gleich damit um. Ein Schild vor der Shisha-Bar «Eleven» an der Haselstrasse weist auf eine Aktion hin: Einmal Shisharauchen kostet hier 13 Franken. Fürs Rauchen am Wochenende hätten sie den Preis aber von 14 auf 16 Franken erhöht, sagt eine Angestellte. Und sie verrät: «Wir haben mit der Erhöhung der Importsteuer gerechnet. Die Preise waren sehr tief in der Schweiz.»

Ercan Kuluca von der Shisha-Bar «El Harem» am Lindenplatz findet die Steuererhöhung sogar gut: «Früher war Shisha-Tabak eher zu günstig, die Leute haben es im Laden gekauft und zu Hause geraucht.» Er hofft nun, dass die höheren Preise einen Anreiz bringen, in seine Bar zu gehen. «Der Preisunterschied zwischen bei uns Rauchen und selber kaufen ist jetzt nicht mehr so gross.» Den Preis für einmal Shisha habe er deshalb nicht erhöht: Bei «El Harem» kostet es 14 Franken. «Am Schluss kommt es etwa aufs Gleiche heraus, trotz tieferer Marge», sagt er. «Das Problem haben die Importeure. Die Bars rentieren weiterhin.»

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