Baden
Gegen den «Polishmover» hat Staub keine Chance

Die Automatiker-Abschlussklassen der Berufsfachschule BBB präsentierten ihre Projektarbeiten. Und die haben es in sich: Ein «Polishmover» putzt den Boden von alleine, ein automatisierter «Töggelikasten» begeistert ebenso.

Delia Strebel
Merken
Drucken
Teilen
Der «Polishmover» von Pascal Bischof, Jan Gebhardt und Stefan Ineichen reinigt den Boden von alleine. Vor Wänden bremst er jeweils rechtzeitig ab und wendet. Delia Strebel

Der «Polishmover» von Pascal Bischof, Jan Gebhardt und Stefan Ineichen reinigt den Boden von alleine. Vor Wänden bremst er jeweils rechtzeitig ab und wendet. Delia Strebel

«Die Projektarbeit ist freiwillig, da sie sehr zeitaufwendig ist. Manche Schüler haben bis zu 300 Stunden am Projekt gearbeitet», sagt Berufsfachschullehrer Roman Moser. Deshalb sind trotz etwa 90 Automatikern, die im Sommer abschliessen werden, nur acht Projekte von 18 Schülern entstanden. Die anderen Lernenden haben sich mit Theorie und kleineren Arbeiten befasst, um sich auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten.

Die ausgestellten Projekte haben es in sich: An einem Stand putzt ein «Polishmover», wie die Erbauer ihn nennen, den Boden von alleine. Er erkennt mit einem Sensor die Wände und wendet so rechtzeitig. Andernorts blinkt und hupt es wild. Ein automatisierter «Töggelikasten» mit Beleuchtung, automatischem Zählsystem, Sirene und weiteren Raffinessen wie einer Ballrückgabe per Knopfdruck begeistert die Besucher. Zum Schmunzeln bringen einen die vier Getränkehalter, die am Kasten angebracht sind.

SMS informiert Benutzer

Eine interessante Idee ist auch der CD-Ripper, in den man bis zu 45 CDs einfügen kann und der dann die Lieder mit Namens- und Interpretenangaben auf einen USB-Stick lädt. «Sobald alle Lieder übertragen sind, erhält der Benutzer ein SMS», erklärt Janick Suter, der die Apparatur gemeinsam mit Manuel Sieber konzipiert und zusammengebaut hat.

Auch ein Indoor-Minigarten ist ausgestellt. «Ein Bekannter von mir hat sich nach seinem Umzug in die Stadt beklagt, dass er keinen Garten mit frischen Kräutern mehr habe», erzählt Alex Hürbin. So seien er und Projektpartner Christian Stulz auf die Idee gekommen. Wasserzufuhr, Belüftung und Belichtungsdauer lassen sich einstellen, danach regelt die «Plantbox» alles alleine. Der Benutzer braucht lediglich den Wassertank nachzufüllen, wenn die blaue Warnlampe ihn darauf aufmerksam macht. Ein weiteres Team hat eine DVD-Bibliothek erfunden, die die eingelegten DVDs unter ihrem Namen abspeichert und sie an einem bestimmten Ort im Apparat ablegt. Dort können sie jederzeit über einen Monitor wieder abgerufen werden. Nebst diesen und weiteren spannenden Projekten stellen zwei Freifachkursschüler zusätzlich ein modulares Produktionssystem vor, das an Modellen den Produktionsablauf von den Einzelteilen bis zum Endprodukt, gestapelt auf Paletten, demonstriert.

Fünf Projekte prämiert

Besonders innovative Ideen werden von der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» prämiert. «Es ist eine grosse Herausforderung für die Schüler, mit nur 1000 Franken Budget die Jury zu überzeugen, aber es wurden schon mehrmals Projekte von uns nominiert», sagt Moser. So auch dieses Jahr: Fünf Arbeiten wurden prämiert. Die Teams haben nun die Möglichkeit, sich an nationalen und internationalen Wettbewerben zu messen.