Baden
Geheimnis gelüftet: Zeitkapseln enthalten Berichte über Mondlandung

Fotos, Zeitungsberichte, ein Stadtplan und Abrechnungen fand heute Badener Stadtrat Roger Huber in den Zeitkapseln die man in der Turmspitze des Badener Stadthauses gefunden hatte. Die Funde stammen aus dem Jahr 1969.

Dieter Minder
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Geheimnis um Zeitkapseln in Baden gelüftet
7 Bilder
Sepnglermeister Ronald Seiler trennt mit einer Säge den Deckel von der Dokumentenkapsel
Projektleiter Ernst Schwarz links und Architekt Castor Huser mit Dokuemten
Mit Apollo 11 reisten die Menschen erstmals zum Mond
Eine der beiden kupfernen Dokumentenkapseln
In der Kapsel waren die Dokumente eng gerollt
Hinter dem Baugerüst entsteht die neue Fassade des Stadthauses in der Kugel an der Turmkugel lagerten die Dokumentenakpseln

Geheimnis um Zeitkapseln in Baden gelüftet

Mathias Marx

«Es ist üblich, dass solche Dokumentenkapseln in den Turmkugeln deponiert werden», sagt Architekt Castor Huser. Gestern Nachmittag hat Spenglermeister Ronald Seiler die beiden Dokumentenkapseln auf dem leicht schwankenden Baugerüst um die Turmspitze aufgesägt.

Sie waren 1969, als das Stadthaus letztmals aussen saniert wurde in der Turmkugel deponiert worden. Damals war Stadtarchitekt Josef Tremp verantwortlich gewesen, bei der laufenden Sanierung amtet Ernst Schwarz von der Stadtverwaltung als Projektleiter.

Stadtrat Roger Huber durfte die ersten Dokumente aus den kupfernen Kapseln ziehen. «Es sind Zeitungen vom Juni 1969 mit Berichten über die Mondlandung», verkündete er. Vorsichtig rollte er die Ausgaben des Aargauer Volksblattes auf.

«Start vom Mond geglückt», hatte die Schlagzeile am 22. Juni gelautet. Damals waren die ersten Menschen, die den Mond erreicht hatten, mit ihrem Raumschiff Apollo 11 auf dem Rückflug zur Erde. Die zweite Dokumentenkapsel enthielt Fotos, einen Stadtplan, Abrechnungen, ein Kommissionsverzeichnis und Angaben zur Stadthaussanierung von 1969.

2013 ist das Jahr der Sanierung

Die umgangssprachlich Stadthaus genannt Häuserzeile, besteht aus Gebäuden, die Mitte des 14. Jahrhunderts erstellt wurden: Rathaus, Stadthaus, Zeughaus, Stadtkanzlei und Schwibbogen. Momentan sind sie von einem Baugerüst umhüllt, sie werden für rund 3 Millionen Franken aussen saniert.

Bund und Kanton leisten einen Beitrag von 425 000 Franken. «Risse werden geflickt, ein passender Verputz aufgebracht, die verfaulten Schindeln der Lukarnen ersetzt, die Turmspitze neu vergoldet, das Fresko der Uhr erneuert und das Dach neu gedeckt», sagt Huser.

Angefangen hatten die Bauarbeiten im Januar, gegen Ende Jahr soll das Stadthaus in neuer Farbe erstrahlen. Welche es sein wird, ist noch offen. Darüber müssen die Fachleute, unter anderem der Denkmalpflege entscheiden. «Wir haben keine historischen Farbspuren gefunden», sagt Huser. Parallel dazu wird der Tagsatzungssaal restauriert.

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