Seit dem Zufalls-Nein im Sommer 2010 – Baden lehnte eine Fusion mit Neuenhof mit nur gerade 47 Stimmen Unterschied ab – wurde es in der Region Baden rund ums Thema Gemeindezusammenschlüsse ruhig. Während in Aarau der sogenannte «Zukunftsraum» mit dem Ziel weiterer Fusionen und somit einer stärkeren Region lanciert wurde, hat sich in der Region Baden diesbezüglich nicht viel getan.

Umso erfreulicher ist es, dass der Turgemer Gemeinderat unter der Führung von Adrian Schoop nun einen ersten Schritt wagt und laut über eine Fusion mit Baden nachdenkt. Es könnte genau die Initialzündung sein, auf welche die grösste Wirtschaftsregion im Kanton gewartet hat. Dass mit Turgi die kleinere Gemeinde den Schritt auf den grossen Nachbarn zu macht, könnte sich dabei mehrfach als Vorteil erweisen. Erstens erfolgt die Charmeoffensive nicht aus Not, sondern weil Schoop bereits die Vision einer grossen Regionalstadt vor Augen hat. So könnte er zweitens weitere Gemeinden aus der Deckung locken. Drittens ist es wohl von Vorteil, dass nicht Baden den ersten Schritt macht, weil dies bei den kleineren Nachbarn Abwehrreflexe provozieren könnte.

Schoop hat den ersten Pass gespielt. Jetzt ist es an Stadtammann Markus Schneider, zu beweisen, dass er nicht bloss Verwalter ist, sondern, wie er selber betont, durchaus Visionen für die Stadt Baden und die Region hat, und diese auch auf die Bevölkerung übertragen kann. Denn nur wenn der Funke auf diese überspringt, könnte aus der Vision eines Tages Realität werden.