Baden
Geige und Gitarre geben ihr Gastspiel in der Badener Villa Boveri

Zwei junge Meisterinnen ihres Fachs spielen voller Anmut und Lebensfreude: In der Villa Boveri präsentieren Daphne Schneider und Marisa Minder virtuos auf Geige und Gitarre einen veritablen Ohrenschmaus.

Matthias Steimer
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Marisa Minder (l.) und Daphne Schneider musizieren im Gartensaal der Villa Boveri. Matthias Steimer

Marisa Minder (l.) und Daphne Schneider musizieren im Gartensaal der Villa Boveri. Matthias Steimer

Ein laues Frühjahrslüftchen weht durch den Gartensaal der Villa Boveri, die Instrumente sind gestimmt. Die jungen Damen lächeln sich gegenseitig an und zünden sogleich das Feuerwerk. Daphné Schneider (22) spielt Geige, Marisa Minder (26) Gitarre.

National und international ausgezeichnet, sind sie Meisterinnen ihres Fachs. Das wurde am Sonntag sofort hörbar. Im Rahmen der Konzertreihe Marina Korendfeld spielten sie Arrangements für ihre beiden Instrumente, Werke der Klassik und des 20. Jahrhunderts.

Das «Duo KV 423» von Mozart präsentierten sie äusserst agil. Hier dominierte die Gitarre, da die Violine. Das Zusammenspiel der beiden Instrumente machte die Komposition sehr lebendig und leichtfüssig. Viel Platz für Temperament und Melancholie bot Piazzollas «Histoire du Tango». Minder benutzte die Gitarre kurzerhand auch als Schlaginstrument. Die Synkopen knallten, die Läufe flossen.

Der Ohrenschmaus setzte sich nach der Pause fort. Minder eröffnete den zweiten Teil mit dem Gitarrensolo «Rossiniana Nr. 1» von Giuliani melodiös und virtuos. Minder und Schneider spielten hernach Volkstänze.

Einmal Spanische, einmal Rumänische; erstere von de Falla, letztere von Bartók. Mehrfach rief es «Bravo!» aus dem Publikum, es verlangte zwei Zugaben. Der Auftritt der beiden Musikerinnen war schlicht top, voller Anmut und Lebensfreude, präzis wie Maschinen, musikalisch wie Menschen.

Geri Müller sagte in der «Schweiz am Sonntag», Baden könne kulturell qualitativ mit Zürich mithalten. Zürich ist erst der Anfang, wie dieses Konzert zeigt; Minder und Schneider sind noch vieler weiterer Bühnen würdig - global gesprochen.

«Junge Talente» hiess die Überschrift des Flyers. Gleichsam als Vorgruppe des jungen Duos fungierten ein noch viel jüngeres Talent und dessen Mutter. Der zehnjährige Georgis Novikov spielte Geige, seine Mutter Klavier, zusammen führten sie den «Kleinen Wiener Marsch» von Kreisler auf.

Der Knabe ist Schüler der berühmten Geigerin Irina Pak. Die Konzertreihe Marina Korendfeld macht nun Sommerpause. Auch der kommende Zyklus wird Nachwuchstalenten ein Podium bieten: Solisten der Zürcher Musikhochschule.

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