Ehrendingen
Gekauft und umgebaut – Theaterbühne im Wirtshaus «Zur Heimat» lebt

Das Theater im Wirtshaus «Zur Heimat» ist umgebaut und geht neu strukturiert ins 8. Spieljahr.

Ursula Burgherr (Text und Foto)
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Menf Rhyner verbuchte einen guten Start ins 8. Spieljahr seines Theaters.

Menf Rhyner verbuchte einen guten Start ins 8. Spieljahr seines Theaters.

ZVG

Menf Rhyner ist im Hoch. «So gut wie diese Saison sind wir auf der Bühne zur Heimat noch nie gestartet», bekundet er. Die ersten drei Vorstellungen mit Schertenlaib & Jegerlehner sowie Fabian Unteregger waren im Nu ausverkauft. Getragen wird der von ihm und Franziska Herzog 2008 gegründete Theaterbetrieb seit einem knappen Jahr durch die Genossenschaft «Bühne Heimat Ehrendingen». Sie zählt bereits gegen 300 Mitglieder. Ziel der Vereinigung war, bis im April 2015 250'000 Franken zusammenzutragen, um eine Teilliegenschaft des Wirtshauses vom Wirte- und Besitzerpaar Gelmi abzukaufen und umzubauen. Erreicht wurde es mit Bravour.

Wer eine der kommenden Vorstellungen besucht, findet die Theaterbar nicht mehr im Zuschauerraum, sondern einen Stock tiefer, wo früher das Weingeschäft der Gelmis war. Das schafft Luft auf beiden Etagen und zusätzliche zehn Sitzplätze. Es gibt eine neue Lichtinstallation, künftig sollen Toiletten- und Garderoben erweitert und eine modernere Tonanlage angeschafft werden. Hauptzweck der Genossenschaft mit Präsidentin Franziska Herzog ist die Vermietung der Räumlichkeiten an den Verein «Cabaret & meh», dessen Gründer Rhyner weiterhin die künstlerische Leitung beibehält. «Wir waren überwältigt, wie viele Leute sich bereit erklärten, als Genossenschafter mitzuwirken, damit sich unser Bühnenunternehmen auf eigene Beine stellen kann», zeigt sich der Theatermann berührt. Kaum zu glauben, was er und Herzog aus dem ehemaligen Heuboden des Wirtshauses zur Heimat herausgeholt haben.

Abwechslungsreiches Programm

Rhyner ist ein unprätentiöser Charakter, verfügt aber über ein riesiges Netzwerk und bringt regelmässig Perlen der Kleinkunstszene nach Ehrendingen. Damit hat er sich über die Jahre eine breite Akzeptanz geschaffen. Viele ortsansässige KMU unterstützen den Theaterbetrieb. Auf dem Programm 2015/2016 steht am 1. Oktober Nina Dimitri, Sängerin und Tochter des legendären Clowns Dimitri. Sie performt mit Silvana Gargiulo (u.a. Karls Kühne Gassenschau), die sie am Piano begleiten sollte, aber nur Faxen im Kopf hat. Dann geht es wöchentlich weiter mit bekannten Namen wie beispielsweise «Heinz de Specht», «Strohmann-Kauz», Rolf Schmid etc.

Die Slampoeten Simon Libsig, Hazel Brugger und Christoph Simon zeigen ihre abendfüllenden Shows. Rhyner liest anlässlich von «wine & crime» (sechs Abende im November und Dezember) über einen neuen Fall von Commissario Pancione. Das Publikum macht bei der Spurensuche mit, während es ein 4-Gänge-Menü geniesst. Warum reüssiert das kleine Theater in Ehrendingen, während andere Kulturbetriebe ständig am Limit sind? Rhyner: «Es braucht eine Leidenschaft, die sich über die Bühne hinaus ins Publikum überträgt - Leute, die an dich glauben - und immer auch ein Quäntchen Glück.»

Nächste Vorstellung: Donnerstag, 1. Oktober 2015, 20.30 Uhr – Nina Dimitri/Silvana Gargiulo «Concerto Rumoristico». Weitere Infos zum Herbst-/Winterprogramm der Bühne zur Heimat: www.buehne-heimat.ch

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