Baden
Gekürzte Öffnungszeiten: Gehen der Notfallpraxis die Patienten aus?

Seit kurzem hat die Badener Notfallpraxis Permanence 21 nicht mehr (fast) permanent geöffnet, sondern nur noch halbtags. Und am Sonntag gar nicht mehr. Bei der Eröffnung vor vier Jahren waren die Verantwortlichen noch optimistisch.

Martin Rupf
Merken
Drucken
Teilen
Vor knapp vier Jahren eröffnete die Notfallpraxis «Permanence 21» an der Bruggerstrasse in Baden.

Vor knapp vier Jahren eröffnete die Notfallpraxis «Permanence 21» an der Bruggerstrasse in Baden.

Martin Rupf

«Mit der ‹Permanence 21› erhält der Aargau die erste Notfallpraxis auf privater Basis.» So lautete der az-Titel im Oktober 2010. Um der geschichtsträchtigen Eröffnung einen würdigen Startschuss zu geben, nahm die Praxis ihren Betrieb am 10.10.2010 um genau 10 Uhr auf. «Mit dieser Notfallpraxis kann ich dem Zeitgeist entsprechen, ohne die Hausarzt-Praxis aufzugeben», liess sich die Ärztin Susanne Hofer damals zitieren. Was sie damit meinte, brachte sie so auf den Punkt: «Viele Leute wollen heute sofort, unkompliziert und ausserhalb der Arbeitszeiten behandelt werden.»

Aus diesem Grund war die Praxis denn auch unter der Woche von 7 bis 21 Uhr und an Wochenende von 10 bis 18 geöffnet. Doch damit hat es seit kurzem ein Ende, wie der Website und dem Telefonbeantworter zu entnehmen ist: So ist die Notfallpraxis unter der Woche nur noch von 8 bis 13 Uhr und am Samstag von 10 bis 13 Uhr geöffnet – an Sonntagen bleibt sie ganz geschlossen.

Kann es sein, dass der Notfallpraxis die Patienten ausgehen und sie deshalb die Öffnungszeiten reduziert hat? Und dies , obwohl sich alle Beteiligten überaus optimistisch gaben. So gab die damalige Geschäftsleiterin Judith Vögele zu Protokoll: «Wir hoffen, so das bereits exzellente regionale Angebot im Gesundheitsfaktor ideal zu ergänzen.»

Und sogar vom Kantonsspital Baden (KSB), das eine eigene Notfallpraxis betreibt, wurde die «Permanence 21» weniger als Konkurrentin, sondern vielmehr als ideale Ergänzung angesehen. «Es ist allgemein bekannt, dass viele Leute gar keinen Hausarzt mehr haben, sondern eher gleich direkt in den Notfall gehen», sagte ein KSB-Sprecher damals.

Was die Gründe für die reduzierten Öffnungszeiten sind und ob diese künftig gar weiter runtergefahren werden, bleibt offen. Die leitende Ärztin und Geschäftsleiterin Susanne Hofer hat trotz mehrmaliger Anfrage auf eine Stellungnahme verzichtet. Die Notfallpraxis bietet alle notwendigen Einrichtungen zum Röntgen, für Ultraschall und ein Labor.