Baden
Gelungener Auftritt: Als wäre Mani Matter auferstanden

Die Coverband Mattermania spielte am Samstag in der Badener FreiluftBar. Sie covert Stücke von Mani Matter, verleiht ihnen aber einen ganz einenen, modernen Touch.

Miro Müller
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Simu (Simon Zürrer) sorgte mit dem Kontrabass für den Drive
9 Bilder
Von dramatisch bis heiter ging man durch ein Wechselbad der Gefühle
Mättu (Gabriel Kramer) unterstützte mit Gesang und Gitarre
Mänu (Ivo G)
Gelungener Auftritt: Als wäre Mani Matter auferstanden
Gleichzeitig Perkussion und Farbpalette - das Cembalo wurde kreativ eing
Das Bistro der FreiluftBar verpflegt die Besucher aus einem Wohnwagen he
Die Vorstellung zog Besucher jeden Alters an
Beim Alpenflug wurde sogleich ein Cockpit nachgestellt

Simu (Simon Zürrer) sorgte mit dem Kontrabass für den Drive

Aargauer Zeitung

Mani Matter ist ein integraler Bestandteil der Schweizer Kultur. Der Musiker, den man schon fast als modernen Barden bezeichnen könnte, unterhielt und regte mit seinen vielfältigen Texten immer wieder zum Nachdenken an. Nach seinem plötzlichen Tod in den 70er Jahren hinterliess Matter ein reichhaltiges musikalisches Erbe, das viele Leute inspirierte und begleitete.

Ein Trio solcher Leute ist Mattermania. Die Musikergruppe, bestehend aus Mänu, Mättu und Simu, die im zivilen Leben Ivo Roesch, Gabriel Kramer und Simon Zürcher heissen, widmet sich Matters Liedern. So auch am Samstagnachmittag, als das Trio in der relativ neu in die Nähe des Zentrum Bildung Baden gezogenen FreiluftBar auftrat.

Bei über 30°C waren Schattenplätze begehrt. Umso grösser war das Erstaunen, als Mattermania sich zum Auftritt bereit machten und Hauptsänger Mänu Jackett und Mütze anzog. Ihm mache die Hitze nichts aus, sagte er nach der Show ganz locker.

Der Auftritt war sehr kreativ gehalten: Obwohl – oder vielleicht gerade weil – praktisch jeder Matters Lieder bereits kennt, vermochten Mattermania es, die Stücke mit neuen Elementen zu durchmischen. So wurde bei «Bim Coiffeur» ein Bild im Takt zur Musik zurechtgeschnitten, das Cembalo wurde zusammen mit dem Jazzbesen bei der «Chue am Waldrand» gleichzeitig als pantomimische Farbpalette verwendet, und speziell für die minimalistische Begleitung des «Eskimos» trug der Sänger ein zweitastiges Xylofon in der Jackeninnentasche.

Auch die anderen beiden Mitglieder der Gruppe beschränkten sich nicht nur auf die Begleitung: Mättu spielte mit der Gitarre die Melodie, unterstützte beim Gesang oder packte sogar seine Mandoline aus. Diese hatte er sich eigens aus Portugal hierherschicken lassen. Auch Simu spielte kräftig den Kontrabass, dessen Mikrofon er auch gleich für den Gesang verwendete – und gab, obwohl er offiziell erst seit einem Jahr bei der seit elf Jahren bestehenden Gruppe mitspielt, Vollgas. Der erfrischende und unterhaltsame Auftritt schlug beim Publikum voll ein.