In den Acryl-Bildern von Johanna Wüthrich-Dreier treffen Farbe und Mathematik aufeinander – sie zeigen geometrische Formen, Gesichter oder eine Kombination von beiden. «Kunst und Mathematik waren meine Lieblingsfächer», sagt Wüthrich, die an der ABB-Technikerschule Mathematik unterrichtet.

Als Inspirationsquelle für ihre ersten Bilder diente das Logikrätsel Sudoku, das 2005 populär wurde. «Ich hatte damals zum ersten Mal ein Atelier in einer Ateliergemeinschaft und war auf der Suche nach einem Thema für meine Bilder», erzählt Wüthrich. «An meinem Geburtstag lösten wir Sudokus. Da kam mir die Idee, das Zahlenrätsel in die Malerei zu übernehmen.»

Am Anfang ordnete sie jeder der neun Zahlen, die beim Sudoku eingefügt werden müssen, eine Farbe zu. So entstanden 81 farbige Quadrate im Sudoku-Schema. Mit einem Computerprogramm verzerrte ihr Mann die Bilder. «Er ist Physiker und mein Assistent», sagt Wüthrich. Vom Sudoku ist heute in ihren Bildern noch die Zahl 9 übrig geblieben. «Diese Zahl fasziniert mich. Und mein Mädchenname lautet Dreier – drei mal drei gibt neun», ergänzt sie lächelnd.

Die Zahl Pi war der Auslöser

2013 inspirierte sie ein Zeitungsartikel über den Pi-Tag. Mit Kreisen stellte Wüthrich die unendliche Zahl Pi bis zu 90 Stellen nach dem Komma dar. Jeder Ziffer ordnete sie zuerst eine Farbe zu, beispielsweise grün für die Ziffer 3, gelb für die Ziffer 1 oder blau für die Ziffer 4. Anschliessend malte sie für jede Ziffer einen Kreis in der entsprechenden Reihenfolge. So entstand eine Kreiskette, die mit den farbigen Kreisen die Zahl Pi symbolisiert. Auch Zahlenreihen wie die Fibonacci-Folge oder die Primzahlen lässt sie in ihre Bilder einfliessen – sie verwendet dabei immer die ersten neun Zahlen der ausgewählten Reihe.

Als Abwechslung zu den starren geometrischen Formen begann Wüthrich, Gesichter zu malen, die sie mit der Zeit mit mathematischen Formen kombinierte: Sie malt zum Beispiel ein Gesicht und lässt es bis auf die Augen hinter den geometrischen Formen verschwinden. Das macht sie auch mit Bildern, die ihr nicht auf Anhieb gelingen. «Gefällt mir ein Bild nicht, stelle ich es in die Ecke», sagt sie. «Manchmal nehme ich es später wieder hervor und übermale es.»

Schon als Kind entdeckte Wüthrich ihre Ader für Kunst. Ihre Vorbilder waren damals Maler wie Joan Miro oder Wassili Kandinski. «Sobald ich die Hausaufgaben fertig hatte, malte ich mit Farbstiften abstrakte Bilder», erinnert sich Wüthrich .

Ausstellung «Kunst im Treppenhaus»
12.3. bis 28.5., Mo, 8 bis 11.30 Uhr, 13.30 bis 18 Uhr; Di bis Do, 8 bis 11.30 Uhr, 13.30 bis 16.30 Uhr; Fri, 8 bis 11.30 Uhr, 13.30 bis 16 Uhr; Gemeindehaus Ennetbaden.