Oberrohrdorf
Gemeinde bewilligt keine Antennen mehr – Swisscom und Sunrise wehren sich

Die Gemeinde Oberrohrdorf will während der Revision der Bau- und Nutzungsordnung keine Natelantennen mehr bewilligen. Das wollen sich die Mobilfunkbetreiber Swisscom und Sunrise nicht gefallen lassen.

Erna Lang-Jonsdottir
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Der Gemeinderat von Oberrohrdorf will in den nächsten Jahren keine Mobilfunkantennen bewilligen

Der Gemeinderat von Oberrohrdorf will in den nächsten Jahren keine Mobilfunkantennen bewilligen

Keystone

Bisher gibt es in Oberrohrdorf eine einzige Mobilfunkantenne. Sie ist von der Firma Orange und wurde Ende der 90er-Jahre ausserhalb des Baugebiets beim Wasserreservoir Brunnmatten angebracht.

Neu will der Gemeinderat regeln, wo im Gebiet Mobilfunkantennen erstellt werden dürfen und wo nicht. Dafür ist eine Änderung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) nötig.

Bis diese rechtskräftig ist – gemäss Gemeindeschreiber Thomas Busslinger rechnet der Gemeinderat mit drei Jahren – werden in Oberrohrdorf keine Natelantennen mehr bewilligt.

Um zu regeln, an welchen Standorten in Oberrohrdorf Mobilfunkantennen platziert werden dürfen, hat der Gemeinderat eine Planungszone über das gesamte Gemeindegebiet erlassen.

Gegen diesen Erlass einer Planungszone haben die Mobilfunkbetreiber Swisscom, Orange und Sunrise wie auch Privatpersonen beim Gemeinderat Einsprache erhoben. Ende Januar hat der Gemeinderat alle Einsprachen gegen die Planungszone abgewiesen.

Das wollen sich Swisscom und Sunrise nicht gefallen lassen: «Die Swisscom wird dagegen eine entsprechende Beschwerde machen», bestätigt Annina Merk, Mediensprecherin der Swisscom.

Selbiges bestätigt Roger Schaller, Mediensprecher der Sunrise. Die Firma Orange hingegen verzichtet laut Mediensprecherin Marie-Claude Debons auf eine Beschwerde beim Kanton.

Das Verfahren zur Gesamtrevision der BNO wurde im Oktober 2011 vom Gemeinderat eingeleitet. Die Stimmberechtigten genehmigten den Kredit für diese Revisionsarbeiten an der Wintergmeind 2011.

Mit einem an der Gemeindeversammlung im Juni 2012 genehmigten Überweisungsantrag wurde der Gemeinderat damit beauftragt, die Standortfrage für Mobilfunkantennenanlagen verbindlich in der BNO zu regeln.

Daraufhin wurde die BNO abgeändert; erstmals enthält sie Bestimmungen betreffend die Erstellung von Mobilfunkantennenanlagen. Jetzt will der Gemeinderat ein Kaskadenmodell einführen, in dem in der BNO Gebiete unterschiedlicher Prioritätenordnung festgelegt werden.

Somit ist ein Standort in einem Gebiet mit untergeordneter Priorität nur dann zulässig, wenn die Antenne sich nicht in einem Gebiet mit übergeordneter Priorität aufstellen lässt.

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