Wettingen
Gemeinde gewinnt den Kampf um die Kaminhoheit im Dorf

Kilian Jegen ist nun definitiv Kaminfeger in Wettingen. Fast zwei Jahre hatte sein Vorgänger Roland Frei für eine Erneuerung der Konzession gekämpft.

Dieter Minder
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Um die Kamine von Wettingen herrschen wieder klare Verhältnisse.

Um die Kamine von Wettingen herrschen wieder klare Verhältnisse.

Der Kaminfeger gilt als Glücksbringer, aber anscheinend nicht in eigener Sache, wie Roland Frei erleben musste. Er hat den Kaminfegerauftrag in Wettingen verloren. Damit ist der vom Gemeinderat in einem öffentlichen Auswahlverfahren gewählte Kilian Jegen definitiv Revierkaminfeger in Wettingen.

Die Aargauer Gemeinden müssen alle vier Jahre die Kaminfegerkonzession ausschreiben und vergeben. Basierend darauf hatte der Gemeinderat vor rund zwei Jahren den Auftrag Kilian Jegen erteilt. Der unterlegene Roland Frei – er war seit 1994 Kaminfeger in Wettingen – war mit dem Entscheid nicht einverstanden. Er gelangte mit einer Beschwerde an die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV), unter deren Aufsicht die Kaminfeger im Aargau arbeiten. Weil diese am 30. Juni 2014 dem Gemeinderat Recht gab, zog Frei den Beschluss des AGV an den Regierungsrat weiter. Dieser entschied sich am 1. April 2015 ebenfalls zugunsten der Gemeinde und wies die Beschwerde von Frei ab. «Ich verzichte auf einen Weiterzug an das Bundesgericht», sagt Roland Frei. Er macht für seinen Entscheid vor allem finanzielle Gründe geltend. Bisher habe ihn das Verfahren rund 60 000 Franken gekostet. So muss er nicht nur seine Parteikosten selber tragen, sondern auch noch diejenigen der Gemeinde übernehmen. «Ein Weiterzug ans Bundesgericht hätte mich weitere 20 000 Franken gekostet», sagt er. Deshalb akzeptiert er die Situation. «Ich bin aber überzeugt, dass die Gemeinde objektiv gesehen meine Offerte hätte annehmen müssen.» Ob er sich bei der nächsten Ausschreibung wieder um die Konzession in Wettingen bewerben wird, kann Frei noch nicht sagen. Aber: «Ich rechne mir in der Region noch weitere Chancen aus.»

Damit ist die gemeinderätliche Wahl von Kilian Jegen zum Kaminfeger von Wettingen für rechtskräftig erklärt worden. Er wird seine Arbeit wie in den vergangenen anderthalb Jahren weiter ausführen. In dieser Zeit hatte Jegen provisorisch geamtet. Zufrieden mit der Nachricht des Regierungsrates zeigt sich die Gemeinde Wettingen: «Der Regierungsrat stellt in seinem Entscheid fest, dass das Vergabeverfahren korrekt erfolgt ist», sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer.

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