Die Diskussionen an der Sommergmeind rund um den Kauf der beiden Liegenschaften im Dorfkern «verliefen intensiv und auf einer emotionalen Ebene», sagt Gemeindeschreiber Hugo Kreyenbühl.

Kein Wunder: Bei dem einen Gebäude handelt es sich um das alte Schulhaus aus dem Jahr 1822, das laut des Gemeinderats für das Dorfbild von hoher Bedeutung ist. Um Einfluss auf die Entwicklung des Dorfkerns zu nehmen, beantragte er auch den Erwerb des benachbarten «Försterhauses», Kostenpunkt insgesamt: 1,04 Millionen Franken.

Während sich die einen an der Versammlung um das Dorfbild sorgten, argumentierten die anderen aus finanzpolitischer Sicht. Gemäss Gemeindeammann Gregor Naef handelte es sich dabei vorwiegend um Parteimitglieder der FPD-Ortspartei. «Gewisse Risiken sind immer da», sagt er. Doch der Kauf der beiden Grundstücke werde die Nettoverschuldung der Gemeinde nicht erhöhen. «Hingegen wird die Fremdverschuldung steigen, diese kann aber problemlos durch die Liegenschaftserträge finanziert werden», so Naef. Denn der Gemeinderat habe die Absicht, die beiden Grundstücke gemeinsam mit einem Investor zu entwickeln. Der Antrag wurde letztlich mit 119 Ja- zu 51 Nein-Stimmen angenommen.

Alt und neu verbinden

Durch den Kauf dieser Liegenschaften konnte sich der Gemeinderat die Einflussnahme auf den Dorfkern vorerst sichern. Die Entwicklung dessen wird jedoch nicht heute oder morgen stattfinden. Die etwa 80-jährige Besitzerin, Marianne Förster, hat sich ein Wohnrecht einbauen lassen. Solange sie in dem Haus lebt, sind dem Gemeinderat die Hände gebunden. Und: Das alte Schulhaus steht unter Substanzschutz, es kann also nicht einfach abgerissen werden. Welche Bauteile an dem Gebäude zu schützen sind, damit werden sich Fachleute noch auseinandersetzen müssen. Denn laut Bauverwalter Sandro Fischer besagt der Gestaltungsplan aus dem Jahr 2000: «Bei Umbauten muss auf die erhaltenswerte Bausubstanz Rücksicht genommen werden.» Der Gemeinderat hat im Vorfeld des Kaufentscheides Gespräche mit dem Kanton geführt. «Wir haben die Zusicherung, dass wir alt und neu im Dorfkern verbinden dürfen», erklärt Naef. Man habe zwar noch keine Pläne, aber das «Försterhaus» sei in einem schlechten Zustand. Als mögliche Szenarien sieht der Gemeinderat Wohnungen und zum Beispiel eine Bäckerei mit Café.

Zwei Rückweisungsanträge

An der Gmeind führten noch zwei andere Geschäfte zu Diskussionen: einerseits die Überarbeitung Bauzonenplan, Kulturlandplan sowie Bau- und Nutzungsordnung. Für die Revision, die von 2015 bis 2018 dauern soll, beantragte der Gemeinderat einen Kredit von 220 000 Franken. Der Rückweisungsantrag eines Votanten wurde jedoch mit 31 Ja- zu 97 Nein-Stimmen abgelehnt. Einen weiteren Rückweisungsantrag gab es betreffend Ausbau und Sanierung Loorenstrasse für 880 000 Franken. Dieser Antrag wurde grossmehrheitlich angenommen. Der Votant kritisierte, dass das Trottoir auf der falschen Seite ist. Der Gemeinderat wird das Projekt optimieren und der Versammlung nochmals unterbreiten. Wann ist noch unsicher.