Würenlos ist auf Sparkurs. Diese Botschaft vermittelte der Gemeinderat der Bevölkerung im Rahmen eines Informationsabends (es wurde auch über anderes informiert; siehe rechts) unmissverständlich. So sagte Gemeinderätin Karin Funk-Blaser einleitend: «Normalerweise gilt: Über Geld spricht man nicht – Geld hat man.» In Würenlos sei das Umgekehrte der Fall.

Die einzige gute Nachricht verkündete Funk gleich zu Beginn der Veranstaltung: Der Voranschlag 2013 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 75900 Franken, wodurch höhere Abschreibungen gemacht werden können.

Damit lässt sich aber das Problem der Gemeinde – die zunehmende Verschuldung – nicht lösen. Zudem stehen verschiedene Projekte mit hohem Investitionsbedarf an. «Wir dürfen nicht nach dem Prinzip Hoffnung fungieren», sagte Funk. Als Massnahme gegen die finanzielle Krise müssten die Einnahmen geprüft, die Aufwände reduziert und die geplanten Investitionen überarbeitet werden.

Steuerfuss ab 2014 auf 109 Prozent

In Bezug auf die Einnahmesituation wurde eine erste Massnahme bereits per 2012 getroffen, indem der Steuerfuss um 5 Prozentpunkte auf 104 Prozent erhöht wurde. Aufgrund der Revision des Steuergesetzes, die im Jahr 2015 in Kraft tritt, sei gemäss Kanton jedoch künftig mit 5 Prozent weniger Steuereinnahmen zu rechnen. Als Risiko gelten für Würenlos zudem die Pensionierung sowie Wegzüge guter Steuerzahler. Weiter werden die gebundenen Aufwände – wie beispielsweise die Spital- und Pflegefinanzierung, die Lehrerbesoldung und die Kosten für den öffentlichen Verkehr – «in die Höhe gejagt», wie Funk sagte. Per 2014 ist daher die Erhöhung des Steuerfusses auf 109 Prozent angedacht.

Als weiteres Manöver gegen die drohende Schuldenfalle muss das Budget 2013 gekürzt werden. Würenlos gebe pro Kopf 200 Franken mehr aus als andere Gemeinden, sagte Funk. Und diese Luft müsse man nun rauslassen, denn: «Keine andere Gemeinde im Bezirk hat so viele Schulden wie Würenlos.» Betrug die Pro- Kopf-Verschuldung Ende 2011 noch rund 2600 Franken, so wird per Ende 2015 mit einer Verschuldung von 3900 Franken pro Einwohner gerechnet. Gespart werden soll nun unter anderem an den Löhnen des Verwaltungspersonals, beim Altersausflug, der Neujahrsapéro wird gestrichen und die öffentliche Beleuchtung reduziert.

Sparen bei Freizeitangeboten

Weiter zum Opfer fallen werden den Sparmassnahmen die umfassende Sanierung des Schwimmbades Wiemel sowie einer der beiden geplanten Fussballplätze im Tägerhard.

Während im Sommer noch Fragebogen kursierten, ob und in welcher Form das Schwimmbad saniert werden soll, ist nun der Entscheid gefallen: «Der Gemeinderat hat entschlossen, dass das Schwimmbad vorerst nicht saniert wird», sagte Funk-Blaser. Lediglich Investitionen zur Aufrechterhaltung des Schwimmbad-Betriebs sind geplant. Bei einer umfassenden Sanierung hätte man mit Kosten von über 5 Millionen rechnen müssen. Diese wurden nun aus dem Budget gestrichen. Trotzdem behält die Gemeinde den Umbau in ein Naturbad im Hinterkopf.

Auch der geplante Sportplatz im Tägerhard ist von den Sparmassnahmen der Gemeinde betroffen: Anstelle von zwei Fussballfeldern kann nur eines finanziert werden. Ganz aufgegeben hat der Gemeinderat den zweiten Fussballplatz aber noch nicht. Momentan laufen Gespräche mit den Ortsbürgern; eine Beteiligung des Sportvereins wäre denkbar und es werden Sponsoren gesucht. Zudem sind Verhandlungen mit der Gemeinde Wettingen im Gang. Die Nachbarsgemeinde zeige Interesse, sich am Sportplatz zu beteiligen.