Stetten

Gemeinde setzt ganz auf heimische Holzschnitzel – und spart 250'000 Liter Heizöl jährlich

Die Bauarbeiten für die neue Wärmezentrale sind letzte Woche gestartet. zvg

Die Bauarbeiten für die neue Wärmezentrale sind letzte Woche gestartet. zvg

Ab Herbst heizt die neue Wärmezentrale im Zentrum, im Unter- und Oberdorf ein. Das Bauprojekt sei ein grosser Wurf, sagt Gemeinderat Stephan Schibli.

Das Dorf soll Schritt für Schritt mit nachhaltiger und CO2-neutraler Wärmeenergie beliefert werden: Das streben die Ortsbürgergemeinde und die Einwohnergemeinde von Stetten mit dem neuen Wärmeverbund an. Geplant ist, dass die bestehende Holzschnitzelheizung im Primarschulhaus durch eine neue Wärmezentrale ersetzt wird – mit einem Fernleitungsnetz von 1400 Trasseemetern.

«Das Bauprojekt ist für uns ein sehr grosser Wurf», sagt Gemeinderat Stephan Schibli (FDP). So wird das Zentrum, das Unter- sowie das Oberdorf dem neuen Wärmeverbund angeschlossen. Damit können fünf öffentliche Gebäude, rund 150 Wohnungen, diverse Gewerberäume, zwei Restaurants, zehn Einfamilienhäuser und das katholische Pfarrheim mit Wärme versorgt werden. «Grundsätzlich hat jeder die Möglichkeit, seine Liegenschaft anzuschliessen», sagt Schibli. Jedoch wolle man zuerst abwarten, wie sich der Heizbetrieb im zu erschliessenden Gebiet entwickelt. «Danach werden wir entscheiden, ob es sich finanziell lohnt, das Fernleitungsnetz zu erweitern.» Potenzial besteht: Das Netz ist erst zu 70 Prozent ausgelastet.

Weil die Heizzentrale 22-jährig und sanierungsbedürftig ist, setzen die Ortsbürger rund 2,5 Millionen Franken für die neue Anlage ein. Beim Entscheid spielten auch ökologische Gründe mit. Denn sei die neue Zentrale einmal fertiggestellt und in Vollbetrieb, werden pro Jahr mehr als 250 000 Liter Heizöl eingespart, womit rund 700 Tonnen weniger CO2 ausgestossen werden. «Um die Spitzenzeiten abzudecken, greifen wir nicht wie andere Wärmeverbunde auf einen Öl-, sondern auf einen zweiten Holzschnitzelkessel zurück.» Was den Wärmepreis betrifft, sei dieser «absolut konkurrenzfähig», sagt Schibli.

Wertschöpfung bleibt in Region

Der Bau kommt auch dem Forstbetrieb Reusstal zugute. «Er wird nicht nur die Holzschnitzel liefern, sondern auch für den Betrieb der Anlage zuständig sein», sagt Schibli. Auf diese Weise bleibe die Wertschöpfung in der Region.

Die neue Zentrale, die der Gemeinderat in Eigenregie geplant hat, wird im Herbst die ersten Liegenschaften mit Wärme versorgen. Bis Ende Jahr sollen alle Wärmebezüger angeschlossen sein.

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