Am Montagabend lud der Gemeinderat Künten die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung ins Vereinsfoyer ein. Thema war der Erwerb einer Liegenschaft im Wert von 290'000 Franken für Asylsuchende, der an der kommenden Gemeindeversammlung vom 27. November zur Abstimmung kommen wird. Primäres Ziel des Gemeinderates war es dabei, offen und transparent zu informieren und eine tragfähige Mehrheit der Stimmberechtigten zu finden. Rund 70 Personen diskutierten über Pro und Contra des Immobilienerwerbs.

Vizeammann Markus Staubli stellte die Situation des Asylwesens der Gemeinde anschaulich dar: «Aufgrund der gesetzlichen Grundlage müssen wir fünf Asylanten aufnehmen oder wir zahlen jährlich 206’225 Franken als Ersatzabgabe, wenn wir dieses Kontingent nicht erfüllen können. Diese Kosten entsprechen dem ab 2016 neu geltenden Tagessatz von 113 Franken pro Asylsuchenden und Tag.» Angesichts der Not vieler Menschen und der verschärften Flüchtlingssituation dürfe unsere Gesellschaft in Westeuropa nicht wegschauen, fügte Staubli weiter an und meinte, dass die Solidarität ein Gebot der Stunde sei und die Bevölkerung von Künten hier ihren Beitrag leisten könne. Man habe sich als Unterkunft anstelle von Baracken für eine Wohnung entschieden, um so Asylsuchende besser integrieren zu können.

Proaktiv handeln

Staubli unterstrich, dass es wesentlich besser sei, eine proaktive Haltung einzunehmen, um mitbestimmen zu können. Ein Teil der Lösung zu sein sei wesentlich besser, als ein Teil des Problems darzustellen. Darum sei man proaktiv auf die Suche nach einer Liegenschaft gegangen, die man dann in Form eines angebauten 3,5-Zimmerhauses mit einer Nettofläche von 85 Quadratmetern gefunden habe. Diese sei nun für 290'000 Franken mit zusätzlichen Investitionen von 30'000 Franken zu haben, was gleichzeitig eine sichere Wertanlage sei, die bei Nichtgebrauch jederzeit wieder veräussert werden könne.

Nach der dreissigminütigen Präsentation folgte eine heisse Diskussion mit Argumenten für und gegen die Ängste der Bevölkerung und die Ungewissheit über die zukünftige Flüchtlingssituation. Es gab dabei durchaus positive Voten. So beispielsweise von einer Einwohnerin, die sagte: «Ich helfe gerne jederzeit bei der Integration und wäre froh, wenn ich wüsste, wo ich mich diesbezüglich melden könnte.» Der Gemeinderat bedankte sich bei der Bevölkerung für das grosse Interesse und unterstrich nochmals die Wichtigkeit des Engagements aller.