Nicht ganz so hoch und vor allem weniger lang soll der überarbeitete Neubau des Gemeindehauses werden. Der Gemeinderat legt der Stimmbevölkerung an der Gemeindeversammlung vom 19. Juni den Projektierungskredit für die Planung des neuen Gemeindehauses vor – zum zweiten Mal. Und dieses Mal soll das Gemeindehaus rund fünf Millionen Franken weniger kosten als der im Herbst vorgeschlagene und abgelehnte Neubau. Schon der Planungskredit selber fällt mit 725'000 Franken rund eine halbe Million Franken günstiger aus als der an Wintergmeind abgelehnte.

Am Standort auf dem Areal des Werkhofs und der Feuerwehr hält der Gemeinderat fest. Denn dieser war unumstritten. Vielmehr störten sich die Stimmberechtigten an der Grösse und den Kosten des Neubaus, der auf eine Verwaltung für 18'000 Einwohner ausgelegt war. Das neue Projekt ist nun auf 15'000 Einwohner und eine Verwaltung mit 76 Mitarbeitenden statt 86 ausgelegt. Das Dachgeschoss wurde gestrichen und die Grundfläche von knapp 5500 auf 4200 Quadratmeter reduziert. Auch auf ein Foyer für Apéros und Ausstellungen wird verzichtet. Keller und Pausenräume wurden auf ein Minimum reduziert. Auch bei den Wartezonen, Archiv- und Büroflächen wurden Abstriche gemacht. Das kleinere Gemeindehaus soll 13,2 Millionen Franken kosten – wobei der Planungskredit eingerechnet ist. Der Gemeinderat rechnet mit einer Kostenungenauigkeit von 15 Prozent. Damit fällt das vorliegende Projekt gut fünf Millionen Franken günstiger aus als sein Vorgänger.

Dachaufbau als Plan B

Mit dem Projekt weicht der Gemeinderat ein Stück weit von seiner Strategie ab, ein Gemeindehaus zu bauen, das für das maximale Wachstum der Gemeinde in den kommenden Jahrzehnten gereicht hätte. «Mit der jetzigen Lösung kommen wir diesem Ziel dennoch sehr nahe», sagt Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP). Die Idee: Ein Dachaufbau für den Lift- und Treppenschacht sowie für die Leitungen ermöglicht später eine relativ unkomplizierte Aufstockung des Gebäudes, sollte die Verwaltung in einigen Jahren mehr Büros benötigen. «Die Entwicklung der Verwaltung hängt nicht nur vom Bevölkerungswachstum ab, sondern auch von politischen Entscheiden auf kantonaler Ebene sowie der Entwicklung im IT-Bereich», erklärt Schmid. Würden etwa Aufgaben vom Kanton zu den Gemeinden verschoben, bedeute dies ein Mehraufwand für die Verwaltung, der allenfalls mehr Mitarbeitende brauche. «Umgekehrt können neue Softwareprogramme den Arbeitsaufwand verkleinern und Stellen sparen.» Letztlich sei die Entwicklung schwierig einzuschätzen. Es sei möglich, dass die Aufstockung bereits wenige Jahre nach Fertigstellung des Baus nötig sei. Es könne aber ebenso gut sein, dass sie erst in 20 Jahren ein Thema werde.

Schulzimmer statt Büros

Das heutige Gemeindehaus an der Poststrasse ist längst zu klein für eine Verwaltung, die für 11'800 Einwohner zuständig ist. Gleichzeitig braucht die wachsende Gemeinde neuen Schulraum. Der Gemeinderat plant deshalb, das alte Gemeindehaus in ein Schulhaus umzubauen. «Wir haben mehrere Varianten geprüft», sagt Schmid. Schon einige Male wurde der Gemeindepräsident mit dem Vorschlag konfrontiert, ein neues Schulhaus zu bauen und für die Verwaltung Räume hinzuzumieten, etwa in den drei gemeindeeigenen Wohnungen über dem Werkhof oder im Gebäude, aus dem der Globus-Hauptsitz bald auszieht. «All diese Varianten würden teurer werden als die jährlichen Abschreibungen des Gemeindehaus-Neubaus und des Umbaus des alten Verwaltungsgebäudes in ein Schulhaus», erklärt Schmid. So würden sich die geschätzten Kosten für einen Schulhaus-Neubau auf 17 Millionen Franken belaufen, der Umbau des Gemeindehauses hingegen auf 12 Millionen Franken. «Zudem müssten wir das alte Gemeindehaus sanieren, falls wir ein neues Schulhaus bauen statt ein neues Gemeindehaus.» Das alte Gebäude brauche eine Wärmesanierung. Die Sicherheitsanforderungen seien überholt und müssten angepasst werden, und die Verkehrsflächen – also Gänge und Treppenhaus – müssten verkleinert werden. «Erschwerend kommt hinzu, dass diese Sanierungen unter laufendem Betrieb kaum machbar sind», sagt Schmid.

Ein weiteres Argument für den Umbau des Verwaltungsgebäudes in ein Schulhaus ist laut Gemeinderat die unmittelbare Nähe zur Schulanlage Zentrum. Der zusätzliche Schulraum muss gemäss Prognosen bis 2024/25 bereitstehen. «Mit dem aktuellen Zeitplan sollte dies zu schaffen sein, vorausgesetzt, die Gemeindeversammlung genehmigt den Projektierungskredit für das Gemeindehaus.» In diesem Fall würde an der Sommergmeind 2019 der Baukredit folgen. Da das geplante Gemeindehaus in Modulbauweise erstellt werden soll, würde die Bauzeit lediglich 1½ bis 2 Jahre betragen. Nach dem Umzug der Verwaltung könnte mit dem Umbau des heutigen Gemeindehauses in ein Schulhaus begonnen werden.