Region
Gemeinden rüsten sich für steigende Schülerzahlen

Der Schulraum in der Region Baden ist Mangelware. Für viele Gemeinden ist die steigende Schülerzahl eine grosse Herausforderung. In Niederrohrdorf muss man bereits aufstocken.

Carla Stampfli
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Niederrohrdorf: Im Frühjahr wird der Pavillon um zwei Etagen aufgestockt.spichale

Niederrohrdorf: Im Frühjahr wird der Pavillon um zwei Etagen aufgestockt.spichale

Alex Spichale

Im letzten Sommer wurde er gebaut, in den Frühlingsferien muss er bereits um zwei Etagen aufgestockt werden: der Pavillon beim Schulhaus Rüsler in Niederrohrdorf. Die Schülerzahlen steigen rasant, der Platz reicht kaum mehr. «Wir müssen Schulraum generieren», sagt Martina Egger, Gemeinderätin und Bildungsvorsteherin. Nicht nur, weil die Bevölkerung aufgrund der regen Bautätigkeit wächst, sondern auch, weil Familien heute auf zwei Kinder und mehr tendieren. Zudem treibt der Wechsel auf sechs Jahre Primar- und drei Jahre Oberstufe (6/3) die Schülerzahlen in die Höhe.

Die Gemeinde am Rohrdorferberg ist nicht die einzige, die Schulraum benötigt. Vielerorts im Bezirk werden derzeit die Schulhäuser erweitert, neu errichtet oder umgebaut: etwa in Killwangen, Neuenhof, Remetschwil, Spreitenbach und Wettingen. Die Investitionssummen gehen von 5 bis 29 Millionen Franken. Auch in Fislisbach und Baden geht die Bauerei bald los: In ersterer Gemeinde starten die Aushubarbeiten für den Erweiterungsbau der Schulanlage am 3. März, in Baden beginnen die Arbeiten für die beiden Neubauten des Schulhauses Rütihof im Sommer.

Zunahme um sechs Klassen

Während die Schüler von Fislisbach und Baden die neuen Räume 2017 beziehen, wird der aufgestockte Pavillon in Niederrohrdorf im August in Betrieb genommen. Vier neue Schulzimmer und zwei Gruppenräume finden darin Platz. Doch: «Auch diese Räume reichen längerfristig nicht aus», sagt Egger. Die Arbeitsgruppe Schulraumplanung rechnet in ihrer Wachstumsprognose mit neu 18 Klassen – heute werden 12 unterrichtet. Die Zahl sei zwar grosszügig angelegt. «Ist das Raumprogramm aber einmal den Bedürfnissen angepasst, wissen wir, dass wir uns längerfristig nicht mehr mit Umbauen beschäftigen müssen.»

Noch ist die Arbeitsgruppe daran, den effektiven Platzbedarf zu errechnen. Sowohl die Klassenzimmer als auch die weiteren Räume für Logopädie/Heilpädagogik, fürs Werken oder für Gruppenarbeiten stellen eine Herausforderung dar. «Erst, wenn das Raumprogramm steht, können wir entscheiden, wie wir bauen wollen», erklärt Egger. Die Optionen: eine Aufstockung des bestehenden Schulhauses Rüsler, ein Erweiterungsbau oder gar ein Neubau.

Der Platz wird in Niederrohrdorf nicht nur auf Stufe Primarschule knapp, sondern auch beim Kindergarten. «Derzeit prüfen wir, ob wir eine siebte Abteilung führen müssen», sagt die Gemeinderätin. Bereits im vergangenen August wurde die Anzahl von fünf auf sechs erhöht. Die Kinder werden seither in den beiden bestehenden Kindergärten Clemenz und Mülirai sowie im Schulhaus Dorf unterrichtet.

Eng wird es auch in anderen Gemeinden des Bezirks: Neben dem Umbau der Schulanlage renoviert und erweitert beispielsweise Neuenhof zurzeit die Kindergärten Bifang und Eich – in einem Jahr sollen sie wieder bezugsbereit sein. Ähnlich ist die Situation im Badener Quartier Allmend/Münzlishausen. Im Frühsommer sollen die Bauarbeiten zur Erweiterung des bestehenden Kindergartens Allmend beginnen.

Wachstumstrend beruhigt sich

Viele Gemeinden sehen sich mit steigenden Schülerzahlen konfrontiert – Niederrohrdorf etwa geht von einem Wachstum bis 2020/21 aus. Wird sich dieser Trend auch danach fortsetzen? Laut Bildungsvorsteherin Egger nicht: «Wir rechnen mit einer Beruhigung.»