Baden

Gemeinden sollen das Merkker finanziell mittragen

Nur ein Viertel der Merkker-Besucher stammt aus Baden.   Philippe Neidhart

Nur ein Viertel der Merkker-Besucher stammt aus Baden. Philippe Neidhart

Das Badener Jugendkulturlokal Merkker hat die Herkunft seiner Besucher erhoben. Das Ergebnis: Nur ein Viertel wohnt in Baden. Stadträtin Daniela Berger möchte, dass sich alle finanziell beteiligen, die vom Lokal profitieren.

Das von der Stadt Baden getragene Jugendkulturlokal Merkker muss zügeln, für die Neueinrichtung in der ehemaligen BBC-Halle «Alte Schmiede» werden nach aktuellen Schätzungen über sechs Millionen Franken benötigt. Nun stellt sich die Frage, ob Baden die Investitionen allein tragen muss oder ob die Nachbargemeinden sich daran beteiligen sollen.

Denn: Die meisten Jugendliche, die im Merkker ein- und ausgehen, wohnen nicht in Baden. Um genaue Daten zu erheben, wurden die Besucher des Merkkers in den letzten drei Monaten beim Eingang befragt, aus welcher Gemeinde sie stammen. Das Ergebnis liegt nun vor: Rund ein Viertel der Besucher kommt aus Baden, über 50 Prozent wohnen in umliegenden Gemeinden. Der Rest wohnt in anderen Aargauer Regionen, Kantonen oder gar im Ausland.

Es sei noch offen, wie die Stadt mit den erhobenen Besucherzahlen umgehen werde, sagt die für das Ressort Kultur verantwortliche Badener Stadträtin Daniela Berger. Doch: «Grundsätzlich wäre es wünschenswert, dass sich alle, die vom Merkker profitieren, finanziell am Betrieb beteiligen würden.» Diese Meinung teilen Badens Nachbargemeinden nicht, sie schliessen eine Beteiligung in Zukunft aber auch nicht aus. «Wenn Baden einen solchen Antrag stellt, werden wir diesen selbstverständlich prüfen», sagt der Gebenstorfer Gemeindeschreiber Stefan Gloor. Tendenziell wäre Gebenstorf aber gegen Beiträge ans Merkker. Ähnlich tönt es in Ehrendingen. Vizeammann Hans Hitz: «Wir müssen punktuell solidarisch sein in der Region – aber nicht in jedem Punkt.»

Als Zentrumsgemeinde habe Baden zwar mehr Lasten zu tragen, habe aber auch mehr Betriebe, die Steuern einbringen, so Hitz. «Die Besucher der umliegenden Gemeinden ermöglichen oft erst eine Auslastung der Badener Einrichtungen», sagt Daniel Bützberger, Gemeindeschreiber-Stellvertreter von Fislisbach.

Stadträtin Daniela Berger bestätigt, dass Baden auch dank den vielen auswärtigen Besuchern eine lebendige Stadt sei. «Auf der anderen Seite profitieren Regionsgemeinden vom vielfältigen Angebot in Baden, ohne sich an den Kosten zu beteiligen.» Sacha Studer, Leiter Jugendarbeit in Baden: «Es ist uns klar, dass Zentrumsgemeinden ihre Einrichtungen zahlen müssen. Die Frage ist nur: Wie viel müssen sie allein tragen?»

Bisher haben dies die Gemeinden unterschiedlich gelöst. Wettingen zum Beispiel habe in der Vergangenheit regelmässig Beiträge an Einzelveranstaltungen im Merkker gezahlt, so Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer. Und Obersiggenthal – wie viele andere Gemeinden – zahlt Beiträge an mehreren Badener Institutionen wie die Stadtbibliothek oder die Stanzerei. An die 34 Millionen Franken teure Sanierung des Kurtheaters zahlen die Nachbargemeinden gemeinsam 2 Millionen Franken.

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