Gemeinderat Daniel Cavin ist unter Druck geraten. Die Vereinigung «Pro Ehrendingen» hat angekündigt, ihn bei den Wahlen im Herbst nicht zu unterstützen. Stattdessen portiert die Partei zwei Newcomer. Die Ausgangslage: Sechs Politiker kandidieren für fünf Gemeinderatssitze.

Cavin äussert sich nun kritisch zu Christoph Blöchlinger und Pia Viel, die den Sprung in den Gemeinderat schaffen wollen. «Herrn Blöchlinger habe ich noch nie persönlich an einem Anlass gesehen, und ich wollte darum im Telefonbuch nachgucken, ob er wirklich in Ehrendingen wohnt. Gemäss Online-Telefonbüchern wohnt er immer noch in Baden. Ich finde, man sollte einen Bezug zum Dorf haben, wenn man Gemeinderat werden will.»

«Alle politischen Anlässe besucht»

Christoph Blöchlinger erklärt: «Im Telefonbuch hat Herr Cavin wohl meine Badener Geschäftsnummer gefunden. Meine Privatnummer habe ich schon vor vielen Jahren aus dem Telefonbuch gestrichen.» Seit Herbst 2012 wohne er in Ehrendingen, und er habe seither alle politischen Anlässe in der Gemeinde besucht, sagt Blöchlinger. Am Neujahrsapéro habe er Herrn Cavin sogar die Hand geschüttelt.

Er werde von Pro Ehrendingen und auch von der CVP Ehrendingen zwar unterstützt, er sei aber parteilos und habe seine Kandidatur nie als Angriff auf Herrn Cavin aufgefasst, sagt Blöchlinger. «Ich habe mich zu einer Kandidatur entschlossen, als klar wurde, dass Renato Sinelli nicht mehr antreten und daher ein Sitz frei wird.» Auf dem Mann zu spielen, wäre seines Erachtens jetzt nicht gut für die Gemeinde, denn fünf der sechs Kandidaten werden bald zusammenarbeiten.

Die Fähigkeiten eines Gemeinderates würden nicht proportional zur Dauer steigen, die er in einer Gemeinde verbracht hat, sagt Blöchlinger weiter. Gefragt seien neben fachlichem Know-how auch Engagement und die Bereitschaft, sich zu opfern. «Diese Bereitschaft habe ich, zwar nicht, weil ich schon seit Jahrzenten hier wohne, aber sicher unter anderem, weil ich noch Jahrzehnte hier wohnen möchte», sagt Blöchlinger. Ehrendingen habe er mit seiner Familie ganz bewusst zum neuen Lebensmittelpunkt gewählt.

Gemeinderat Daniel Cavin stichelt auch gegen Kandidatin Pia Viel. «Die Schule Ehrendingen hatte in den letzten Monaten einige Probleme, vor einem Jahr mussten alle Lehrer an der Realschule ersetzt werden.» Pia Viel sei als Schulpflegepräsidentin sicher mitverantwortlich für die schwierige Situation. «An dies werden sich Eltern von Schulkindern erinnern, wenn sie an die Urne gehen», ist Daniel Cavin überzeugt. «Pia Viel würde wohl das Ressort Schule übernehmen wollen im Gemeinderat, ich weiss nicht, ob das gut für Ehrendingen wäre.»

Dass es im vergangenen Jahr Probleme an der Schule gab, sei eine Tatsache, sagt Pia Viel. Aber Schulpflege und Schulleitung würden derzeit intensiv daran arbeiten, die Defizite zu beheben.  Sie wäre als Gemeinderätin gerne bereit, einen anderen Bereich zu übernehmen als das Ressort Schule. «Ich bin bereit für eine neue Herausforderung.»