Künten
Gemeinderat plant neue Innerortszufahrt für Sulz

Die Stimmberechtigten befinden über einen Kredit in Höhe von 1,78 Mio. Franken. Die neue Verkehrsführung bringt grosse Veränderungen mit sich

Carla Stampfli
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Der Kirchweg im Bereich des Schulhauses ist eng, unübersichtlich und sanierungsbedürftig. Nun soll er für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Der Kirchweg im Bereich des Schulhauses ist eng, unübersichtlich und sanierungsbedürftig. Nun soll er für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Alex Spichale

Seit 1973 gehört Sulz zur Gemeinde Künten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man von Künten zum Ortsteil Sulz und umgekehrt gelangen kann. Der Kirchweg und die Sulzerstrasse bilden dabei die Innerortszufahrten. Doch das soll sich in Zukunft ändern: Der Gemeinderat hat ein Konzept ausgearbeitet, das im Rahmen überfälliger Strassensanierungen eine neue Innerortserschliessung von Sulz vorsieht und Umgestaltungsmassnahmen beinhaltet. An der Gmeind vom 29. Juni legt die Exekutive den Stimmberechtigten einen Verpflichtungskredit in Höhe von rund 1,78 Millionen Franken vor.

Folgende grosse Veränderungen beinhaltet das neue Verkehrskonzept: Der Kirchweg, der mitten durch den Dorfkern von Künten bis nach Sulz führt, soll in Zukunft für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Nur noch Anwohner, landwirtschaftliche Fahrzeuge und der Langsamverkehr dürfen ihn benutzen. Neu soll innerorts einzig die Sulzerstrasse als Hauptzufahrt nach Sulz dienen. Dafür wird die Sulzerstrasse teilsaniert und grundwasserkonform erstellt. Weiter sieht das Konzept vor, dass der Knoten Künterstrasse/ Eggenwilerstrasse/Kirchweg umgestaltet wird. Zudem soll der Gigerai, der von der Eggenwilerstrasse nach Sulz führt, mit Verkehrsanordnung nur noch von Fussgängern, vom Langsamverkehr und von der Land- sowie Forstwirtschaft benutzt werden.

Kirchweg: Kreuzen kaum möglich

«Der Kirchweg auf Höhe der Schule bis nach Sulz ist seit längerem sanierungsbedürftig», sagt Gemeindeammann Werner Fischer. Die Strasse sei schmal, unübersichtlich und verlaufe parallel zum Schulweg. «Die Fahrzeuge sind grösser geworden, ein Kreuzen ist heutzutage auf der Fahrbahn fast nicht mehr möglich. Und wenn, kann das zu gefährlichen Situationen auch mit Schulkindern führen.» Damit der Kirchweg auch künftig als eine der Hauptzufahrten nach Sulz dienen könnte, müsste sie im Sanierungsparameter zusätzlich verbreitert werden. Doch: «Der Engpass im Kirchrainbereich würde bestehen bleiben, die Sicherheitsproblematik mit dem Schulweg ebenfalls und ein Kulturlanderwerb sowie eine Umzonung ist zur Zeit undenkbar», erklärt Fischer. Ausserdem würde die sanierte, immer noch zu schmale Strasse im Bankettbereich inklusive das angrenzende Kulturland sehr schnell wieder Schaden nehmen. Diese Erwägungen hätten den Gemeinderat veranlasst, die Erschliessung von Sulz ganzheitlich zu analysieren. «Dabei hat sich gezeigt, dass es am sinnvollsten und wirtschaftlichsten ist, die Sulzerstrasse entsprechend als Hauptzufahrt zu definieren und den Kirchweg für den Durchfahrtsverkehr zu sperren», sagt Fischer.

Nachteil: Umweg wäre nötig

Keinen Einfluss haben die geplanten Massnahmen hingegen auf den Ortsteil Sulz. «Es wird im Dorfteil nach wie vor Tempo 30 gelten», sagt Fischer. Auch was die Stetter- und die Eggenwilerstrasse betrifft, – die Ausserortszufahrten nach Sulz – bleibt alles beim Alten. Der Kiesparkplatz/ die Entsorgungsstelle am Kirchweg unterhalb des Schulhauses kann weiterhin vom Ortseil Künten angefahren werden. Einen Nachteil hat das neue Verkehrskonzept jedoch: Wollen Bewohner vom Ortsteil Sulz zum Schulhaus, zur Entsorgungsstelle oder in den Dorfkern, müssten sie künftig einen Umweg machen. Statt wie bisher auf direktem Wege via Dorf- und Künterstrasse sowie Kirchweg müssten sie neu die Dorf-, Künter-, Eggenwiler-, Sulzer und Kantonsstrasse sowie den Kirchweg benutzen. «Der Umweg mag zwar umständlich sein, doch die Vorteile des neuen Verkehrskonzepts überwiegen», sagt Gemeindeammann Fischer. So werde die Erschliessung vereinfacht und gefährliche sowie unübersichtliche Situationen durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs stark reduziert.

Sagt die Gmeind Ja zum Kredit, werden die Massnahmen für das neue Verkehrskonzept eingeleitet. Geht alles nach Plan, sollte die neue Verkehrsführung im Jahr 2020 abgeschlossen sein.