Mägenwil
Gemeinderat sucht eine Asyl-Wohnung für eine Familie

Sollte die Zahl der zugewiesenen Asylsuchenden steigen, will man bei deren Zuteilung mitreden. Der Gemeinderat ist schon auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung und würde dort am liebsten eine Familie unterbringen.

Sabina Galbiati
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Wolken verdüstern den politischen Himmel über Mägenwil

Wolken verdüstern den politischen Himmel über Mägenwil

Aargauer Zeitung

Der Mägenwiler Gemeinderat rechnet damit, dass der Kanton den Gemeinden in den kommenden Monaten mehr Asylsuchende und vorläufig aufgenommene Personen zuteilen muss. «Durch die momentane Situation im Nahen Osten dürfte sich die Asylsituation in der Schweiz in den kommenden Monaten weiter zuspitzen», heisst es auf der Gemeindewebsite.

«Wir gehen von ein bis zwei zusätzlichen Personen aus, die wir aufnehmen müssen», sagt Gemeinderätin Marlène Fehlmann, verantwortlich für den Bereich Soziale Wohlfahrt. Doch statt nur eine oder zwei Personen aufzunehmen, hat der Gemeinderat andere Pläne: Zu den fünf Personen, die momentan in der Gemeinde leben, soll eine weitere Familie dazukommen.

Deshalb sucht der Gemeinderat nach einer Wohnung, die er mieten kann, und geht dabei auch auf Privatpersonen zu. «Wir sind im Gespräch mit Vermietern, können aber noch nichts Konkretes sagen.» Infrage kommen auch Wohnungen, die zum Verkauf ausgeschrieben sind. «Falls die Besitzer bereit sind, erst später zu verkaufen, würden wir die Wohnung mieten.» Der Gemeinderat hofft, bis Ende Jahr ein geeignetes Objekt gefunden zu haben.

Die vorauseilende Suche nach einer Wohnung kommt nicht von ungefähr: Statt darauf zu warten, dass der Kanton entscheidet, welche Asylsuchenden in Mägenwil untergebracht werden, möchte der Gemeinderat bei der Auswahl mitreden, «zumindest soweit wir das können», sagt Fehlmann. «Am liebsten würden wir eine Familie aufnehmen, weil wir diesbezüglich bereits gute Erfahrungen gemacht haben.»

Die Gemeinderätin befürchtet auch, dass es eher Probleme geben könnte, falls der Kanton dem Dorf männliche alleinstehende Asylbewerber zuteilt. «Natürlich können wir nicht einfach mit einer Wunschliste beim Kanton anklopfen, aber die Chancen, eine Familie aufzunehmen, stehen höher, wenn wir von Anfang an geeigneten Wohnraum bieten können.» Zudem wolle man die Mägenwiler nicht einfach vor vollendete Tatsachen stellen. «Es ist wichtig, die Bevölkerung zu sensibilisieren und auch darüber aufzuklären, dass die Gemeinde ansonsten Ersatzabgaben leisten muss, welche das Gemeindebudget zusätzlich belasten», sagt Fehlmann.

Für jeden Asylbewerber, den eine Gemeinde nicht aufnehmen kann oder will, muss sie dem Kanton pro Tag und Person 10 Franken bezahlen. Für Mägenwil wären das 300 bis 600 Franken monatlich. Umgekehrt bekommt die Gemeinde für jede aufgenommene Person 21.50 Franken und je nach Alter der Person 5 bis 9 Franken für deren Verpflegung.

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