Niederweningen
Gemeinderat verbietet Flachdächer – um Tradition nicht zu gefährden

In Niederweningen sind alle Hausdächer geneigt. Mit gutem Grund: In der Gemeinde gibt es ein Flachdachverbot. Darauf soll auch weiterhin festgehalten werden. Nur in der Industrie- und Gewerbezone sind flache Dächer erlaubt.

Pirmin Kramer
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Satteldächer als Markenzeichen: Der Niederweninger Gemeinderat will am Flachdachverbot festhalten.AZ/Archiv

Satteldächer als Markenzeichen: Der Niederweninger Gemeinderat will am Flachdachverbot festhalten.AZ/Archiv

Beim Blick auf Niederweningen aus der Vogelperspektive fällt auf: Die Hausdächer sind alle geneigt. Der Gemeinderat hat sich in den vergangenen Wochen bei der Erarbeitung einer neuen Bau- und Zonenordnung mit der Frage befasst, ob Flachdächer erlaubt werden sollen. Nach eingehender Beratung habe der Gemeinderat aber entschlossen, die harmonische Dachlandschaft zu bewahren und am Flachdachverbot in Wohnzonen festzuhalten, heisst es in der Vorlage zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung, bei der unter anderem über eine neue Bau- und Zonenordnung abgestimmt wird. In Industrie- und Gewerbezonen dürften Flachdächer aber nach wie vor gebaut werden, erklärt Gemeindepräsidentin Andrea Weber auf Anfrage.

Die Aufhebung des Flachdachverbotes sei kontrovers diskutiert worden – unter anderem, weil sie in einer Einwendung im Rahmen einer öffentlichen Auflage verlangt worden war, heisst es in der Vorlage weiter.

Eine Lockerung der Bauordnung hat der Gemeinderat jedoch beschlossen: In den Wohnzonen wird eine Dachneigung von neu 20 Grad zugelassen, bisher war eine Neigung von mindestens 30 Grad vorgeschrieben.

Befasst hat sich der Gemeinderat ausserdem mit der Frage, ob Terrassenhäuser grundsätzlich zugelassen werden sollen. Grundeigentümer hatten diesbezüglich eine Einwendung deponiert. «Aufgrund des relativ homogenen Ortsbildes der Quartiere am Hang und der harmonischen Dachlandschaft werden Terrassenhäuser grundsätzlich nicht zugelassen», heisst es in der Vorlage. In allen Bauzonen soll der Bau von Terrassenhäusern untersagt werden – mit einer Ausnahme: Im nordwestlichen Randbereich einer Wohnzone, der wenig exponiert sei, hält der Gemeinderat die Realisierung von Terrassenhäusern für vertretbar.

Schwerpunkt innere Verdichtung

Die aktuelle Bau- und Zonenordnung sowie der Zonenplan Niederweningens stammen aus dem Jahr 1995. Im neuen Entwicklungsleitbild ist die Rede von einem «sanften Wachstum», das angestrebt wird. Der Handlungsspielraum der Gemeinde in Bezug auf die zukünftige Entwicklung werde allerdings reduziert, da im Rahmen der Revision des kantonalen Richtplans die knapp vier Hektaren grosse Reservezone «Ob der Müli» nicht als Siedlungsgebiet in den Richtplan aufgenommen wurde. «Der Schwerpunkt wird in Zukunft auf der inneren Verdichtung liegen», so der Gemeinderat.

Gemeindeversammlung, 3. Dezember, 20 Uhr, Mehrzweckhalle Schmittenwis.

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