Der Gemeinderat erhält für die nächste Amtsperiode nicht die Lohnerhöhung, die er sich geben wollte. Die Gemeindeversammlung folgte damit einem Antrag der Finanzkommission. «Willkürlich ist die Anbindung der Entschädigung des Gemeinderates an eine KMU», erklärte Gemeindeammann Gregor Naef vorgängig den 173 anwesenden Stimmberechtigten.

Die Teuerung habe man zwar stets angepasst, auf eine Reallohnerhöhung aber verzichtet. Und: Der sogenannte Ehrenabzug von einem Drittel sei nicht mehr zeitgemäss. «Das Amt strahlt zwar immer noch Würde aus, doch ist die Bürde grösser geworden», so Naef.

Sparen mit kompetenten Politikern

Deshalb haben Gemeinderat und eine Arbeitsgruppe eine Erhöhung diskutiert und zwei Varianten vorgelegt. Der Gemeinderat wollte die Gesamtentschädigung von 125 000 auf 161 000 Franken erhöhen. «Zu ambitiös», quittierte Patrick Müller, Präsident der Finanzkommission (Fiko), «wir beantragen eine Erhöhung auf 142 000 Franken.» So erreiche man das Niveau umliegender Top-Lohn-Gemeinden und könne mit den gesparten 400 000 Franken zusätzliche Investitionen jährlich tätigen.

Der Gemeinderat konterte, es sei heute schwieriger, Kandidaten für die Politik zu gewinnen. Wenn jemand das Arbeitspensum wegen eines Amtes reduziere, sollte sich das noch rechnen. «Wir sparen, wenn wir kompetente Politiker haben», war Redner Patrick Spar überzeugt. Die Einwohner folgten dennoch knapp mit 82 zu 74 Stimmen dem Antrag der Fiko.

Happiger Strassenkredit diskutiert

Lange Diskussionen gab es ausserdem beim Strassenprojekt Bremgarter- und Oberdorfstrasse. «Sie sollen nicht nur saniert, sondern auch verschönert werden», sagte Vizeammann Reto Grunder. Dafür wurde ein Kredit von sieben Millionen Franken beantragt. «Wir investieren damit in die Zukunft und in die Wohnqualität», erinnerte Grunder. «Wir müssen etwas tun, damit die Ladengeschäfte im Ort bleiben.» Vor allem die Verschönerung des Ortsbildes stehe im Vordergrund.

.Projekt Römerweg zurückgezogen

Beim Projekt Römerweg machte ein Einwohner die Behörden darauf aufmerksam, dass die Verantwortlichen gewisse historische Baudokumente nicht konsultiert hätten. Grunder zog darum das Projekt zurückgezogen. Es sollen bis zur nächsten Gemeindeversammlung die nötigen Abklärungen getroffen werden.

Erstaunlichweise beklagten sich Einwohner darüber, dass die Strasse nicht sieben, sondern nur sechs Meter breit werde. So sagte etwa ein Versammlungsteilnehmer, es sei bekannt, dass Autos heute immer breiter würden. «Als Bauingenieur höre ich selten, dass man breitere Strassen will», sagte Alt-Gemeindeammann Christoph Meiler erstaunt. Nach vielen kritischen Voten haben die Stimmberechtigten dem Kredit dennoch mit 103 zu 51 zugestimmt.

Gemeinderat Heinz Jossi präsentierte den Voranschlag 2014. Er tat dies kompetent, kurz und bündig. Das Budget mit einem Überschuss von 424 000 Franken passierte einstimmig. Ein Antrag der Finanzkommission, die auch bei der Entschädigung der Schulpflege eine geringere Erhöhung vorgeschlagen hat, ist mit 97 Nein- zu 31 Ja-Stimmen abgelehnt worden. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 97 Prozent.