Die Temperaturen sorgten für einen schweisstreibenden Spatenstich. Doch die Freude darüber, dass 17 alters- und behindertengerechte Wohnungen (davon 15 Mietwohnungen) im Herbst 2014 bezugsbereit sein werden, überwog bei Genossenschaftern, Bauleuten und Gästen, darunter auch künftige Bewohner.

In Ehrendingen ist es das erste Haus, das nach der Idee des betreuten Wohnens im Alter erstellt wird; «ein wichtiges Projekt für unser Dorf», sagt Vizeammann Hans Hitz, Präsident des Gemeindeverbandes Regionales Altersnetzwerk Surbtal-Studenland (RAS).

Zeitgemässe Wohnform

«Die Lage, direkt neben dem bestehenden Alters- und Pflegeheim Breitwies, ist ideal», sagt Heinz Ehrismann, Präsident der Genossenschaft Betreutes Wohnen im Alter Ehrendingen. «So können wichtige Leistungen wie Mahlzeitendienst aber auch ein Notfalldienst rund um die Uhr, direkt von nebenan bezogen werden,» erklärt er.

Gerade der Notfalldienst sei eine wichtige Dienstleistung, der eine Spitex überfordern würde. «Heute möchte man ja möglichst lange und eigenständig in seinen vier Wänden bleiben», fügt Ehrismann an. Das sei für die Initianten des Projektes betreutes Wohnen im Alter stets Leitgedanke und Ansporn gewesen.

Innert drei Jahren hat er zusammen mit Viktor Zimmermann, Ernst Huser, Jean-Pierre Wenger und Beatrix Hawlitzki Tobler zuerst eine Genossenschaft und dann ein baureifes Projekt auf die Beine gestellt. In einem kleinen Wettbewerb wurde das Projekt des Badener Büros Sidler Architekten AG ausgewählt. Ende 2012 erhielt die Genossenschaft die Baubewilligung.

Die Finanzierung des 7,66 Millionen Franken teuren Vorhabens brachte die Genossenschaft zwar an ihre Grenzen. Die idealen Rahmenbedingungen hätten ihn dazu motiviert, seitens «Wohnen Schweiz» das Projekt von Beginn weg zu begleiten, sagt Hans Dietemann.

Der Bankfachmann aus Mellingen ist Vorstandsmitglied des Verbandes Schweizer Baugenossenschaften. So erhält die Ehrendinger Genossenschaft nebst dem Darlehen der Einwohnergemeinde (250 000 Franken) einen Bundeskredit aus dem «Fonds de roulement» über 450 000 Franken.

Zusammen mit dem Kapital der Anteilscheine (total 620 000 Franken) und dem Verkaufserlös der beiden Attikawohnungen lasse sich die Investition gut bewältigen, führt Ehrismann aus.