Siggenthal
Genug Holzkohle für die ganze Grillsaison abgesackt

1189 Säcke à 6 Kilogramm beste Holzkohle hat der Köhlerverein Siggenthal abgesackt. Am Meilerfest wurde das während vierzehn Tagen gefeiert. Nun ist das Fest zu Ende. Wo in fünf Jahren der nächste Kohlenmeiler gezündet werden soll, ist zurzeit noch ungewiss.

Roman Huber
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Beim Absacken der Holzkohle steigt vom Meiler noch ein feines Räuchlein auf. Hanspeter Kühni

Beim Absacken der Holzkohle steigt vom Meiler noch ein feines Räuchlein auf. Hanspeter Kühni

Hanspeter KuehniUntersiggenthal

Vor sieben Monate war der Verkohlungsprozess des Meilers abgeschlossen. Unter Regie von Köhlerin Doris Wicki verschlossen danach die Helfer des Köhlervereins Siggenthal den Meiler luftdicht, sodass er über die Wintermonate vollständig auskühlen konnte.

Nun zog der Köhlerverein den Meiler aus und sackte die Holzkohle ab – Grund genug, um ein zweiwöchiges Fest beim Forstwerkhof Rotchrüz auf die Beine zu stellen.

Diesmal vollends ausgekühlt

Den ersten Meiler im Jahre 2008 hatte man noch mit Wasser abgelöscht – eine rauchige Angelegenheit, weiss Förster Dani Hitz, Präsident des Köhlervereins.

Diesmal entschied man sich dazu, den Meiler vollends auskühlen zu lassen. Das habe sich gelohnt, ist Hitz überzeugt. «Wir wurden dafür mit einer hervorragenden Kohlequalität belohnt.»

Am Morgen des 3. Mai dieses Jahres begannen Doris Wicki, Bernhard Steimer und Hans Häner damit, den Meiler zu zerlegen, was in der Köhlersprache «ausziehen» heisst. Bis zum 16. Mai wurden insgesamt 1189 Säcke zu 6 Kilogramm Holzkohle verpackt, was man mit «Absacken» bezeichnet.

Die Holzkohle vom Meiler ist nun beim Werkhof Rotchrüz erhältlich, so lange vorrätig. Die Grillsaison soll nun auch wettermässig beginnen können, meint Hitz nachdem die vergangenen 14 Tage von kühlen Temperaturen begleitet worden sind.

Dies habe einem tollen Meilerfest aber keinen Abbruch getan, sagt Hitz. Das reichhaltige Rahmenprogramm sei gut angekommen, insbesondere das Konzert der Trachtenkapelle Dachsberg aus dem Schwarzwald. Ansonsten habe man viel Stunden in netter Gesellschaft geniessen können.

Karl Meier hat seinen Falken den interessierten Festbesucher vorgeführt
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Die Musikgesellschaft Untersiggenthal unter Leitung von Flavio Killer unterhält die Festgemeinde im Forst-Werkhof
Toni Frei hat mit seiner fahrbaren Bäckerei laufend frisches Brot und leckere Desserts auf Platz hergestellt und verkauft
Ein Teil des Fest-OK's im harten Einsatz in der Festwirtschaft
Ein Teil der 1180 Säcke wartet auf die Käufer der erstklassigen Holzkohle
Das Friesenberg-Quintett, angekündigt von Karl Keller, Vizepräsident des Köhlervereins, erfreut die Festbesucher mit Oberkrainer- und volkstümlicher Schlagerunterhaltung

Karl Meier hat seinen Falken den interessierten Festbesucher vorgeführt

In fünf Jahren vielleicht wieder

Weil der Rauch fehlte, hat das Meilerfest diesmal zu keinerlei Diskussion geführt. Der Köhlerverein möchte die Tradition fortsetzen und plane etwa in fünf Jahren einen nächsten Kohlenmeiler, wobei der Standort noch ungewiss sei, fügt Hitz an.

Der vom Kanton initiierte grüne Tisch mit Kritikern der Köhlerei ist laut Hitz leider nicht zustande gekommen. «Weil der Verein Köhlerverein Siggenthal heisst, wäre auch Neurüttenen (Forstwerkhof Obersiggenthal) als Standort vorstellbar», sagt Hitz. Darüber habe man aber bis jetzt weder diskutiert noch entschieden.