«Elfriede von Baden»
Genug von Gerigate: Badener Gruppe fordert Rückkehr zur Sachpolitik

Bereits 270 Unterzeichnende unterstützen einen neuen Online-Appell im Nachgang zur Nackt-Selfie-Affäre um Stadtammann Geri Müller: In Baden soll es endlich wieder vorwärtsgehen – und der Badener Geist soll wieder in der Stadt einziehen.

Martin Rupf
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Geri Müller: Sympathisanten von ihm wollen, dass der «Badener Geist» wieder zurückkehrt.

Geri Müller: Sympathisanten von ihm wollen, dass der «Badener Geist» wieder zurückkehrt.

Chris Iseli

Fast genau vier Monate ist es her, als rund 250 Menschen in Baden auf die Strasse gingen, um damit Stadtammann Geri Müller nach Auffliegen der Nackt-Foto-Affäre ihr Vertrauen auszusprechen. Seither ist es um die Müller-Sympathisanten ruhig geworden.

Doch kurz vor Jahresende tut sich wieder etwas. Auf der Website www.elfriedevonbaden.ch ist ein Appell aufgeschaltet worden, mit dem der berühmte Badener Geist wieder zurück nach Baden gelockt werden soll.

Der Appell ist zwar kein direktes Plädoyer für Stadtammann Geri Müller, doch die Botschaft ist klar: «Ich habe nie wirklich an den Badener Geist geglaubt. Aber jetzt, wo er weg ist, fehlt er mir», heisst es etwa.

Und weiter: «Der selbst gebastelte Erotik-Krimi unseres Stadtammanns war dem Ansehen der Stadt sicher nicht zuträglich.» Klar sei aber auch: Ebendieses Ansehen werde nicht wieder hergestellt, «wenn wir uns die nächsten drei Jahre im Schlamm aus dieser Schlacht suhlen und ihn den politischen Gegnern um die Ohren schlagen».

Der Appell schliesst mit den Worten: «Lasst uns gemeinsam diesen armen, eingeschüchterten Badener Geist suchen und finden und ihm in unseren Herzen wieder ein Zuhause geben.»

«Aktion nicht politisch gefärbt»

Bis Dienstag hatten rund 270 Personen den Appell online unterzeichnet. Mitinitiant der Aktion ist der Badener Adi Schultheiss. «Mit der Aktion und dem Sammeln der Unterschriften wollen wir zum Ausdruck bringen, dass es in Baden nun endlich wieder vorwärtsgehen soll», sagt Schultheiss.

Die Aktion sei aber ganz klar nicht politisch gefärbt. «Wir haben bewusst nicht nur Politiker angeschrieben, sondern Menschen, die sich in Baden für Baden engagieren und sich mit Baden identifizieren», so Schultheiss.

Er selber bezeichnet sich nicht als grosser Anhänger von Geri Müller. «Aber als Badener leide ich unter der jetzigen Situation. Ich wünsche mir für 2015 eine Rückkehr zur sachlichen Politik.»

Man erhoffe sich, dass nun auch die letzten schlechten Verlierer aufhören zu zwängen und ihren Eitelkeitskrieg beenden würden, so Schultheiss.

Wortspiel: «Frieden von Baden»

Der Name «Elfriede von Baden» sei ein Wortspiel. «Baden hat dieses Jahr ja den Friedensvertrag gefeiert, der vor 300 Jahren hier unterzeichnet wurde und mit dem unter anderem der spanische Erbfolgestreit beendet werden konnte», sagt Schultheiss. Daher auch der spanische Artikel El vor Friede. «Zudem ist Elfriede ein schöner Vorname», fügt Schultheiss lachend an.

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