«Bis Ende Jahr sind wir im Limmattal fertig, bis Mitte 2014 auch im Reusstal», sagt Pius Roth. Er ist Projektleiter des Projektes Gabmo (siehe Box «Glossar») beim Kreisgeometer Beat Steinmann in Baden.

«Mit dem Projekt Gabmo werden die Daten der Geopost, des Gebäude- und Wohnregisters, des Bundesamtes für Statistik und der amtlichen Vermessung miteinander abgeglichen und die Gebäudeeingänge erfasst», sagt Roth.

Letzteres ist eine Arbeit, die die Geomatiker durch die Gemeinden des Bezirks, von Haustür zu Haustür ziehen lassen. Dank der neuen Daten erhält jedes Gebäude, in dem Menschen wohnen oder arbeiten, eine unverwechselbare Anschrift. «Das hilft nicht nur Rettungsdiensten wie der Feuerwehr oder der Polizei, es erleichtert auch Bund, Kanton und Gemeinde, ihre Aufgaben zu erfüllen», erklärt Roth.

Pläne auf dem Tabletcomputer

Die Basis für die Arbeit der Geomatiker sind die Grundbuchpläne der Gemeinden. Bevor der Geomatiker in eine Gemeinde ausrückt, lädt er sich den entsprechenden Plan auf einen Tablettcomputer. Darauf sind alle Strassen eingezeichnet. Jede hat, entsprechend ihrem Namen, eine andere Farbe.

Pfeile zeigen zudem die Richtung der aufsteigenden Hausnummern. Eingezeichnet sind auch alle Häuser und bei jedem steht ein Punkt an der Stelle des mutmasslichen Hauseingangs.

Im Ort angekommen, marschiert der Geomatiker anhand des Planes im Tablett jede Strasse ab und kontrolliert die Hauseingänge. «In der Schweiz liegt die Hoheit über die Adressen bei den Gemeinden», sagt Roth. Sie legen fest, wie eine Strasse heisst und in welcher Richtung die Häuser nummeriert werden. Die Häuser zur Rechten tragen gerade, diejenigen zur Linken ungerade Hausnummern.

Aufgrund der Situation schiebt der Geomatiker den Punkt an die richtige Stelle des Gebäudes. «Die Haustüre wird so auf einen Meter genau eingemessen», sagt Kreisgeometer Beat Steinmann.

Mit der aktualisierten Liste geht der Geomatiker zurück ins Büro. Dort werden die neuen Daten in das numerische Vermessungswerk übertragen und danach mit den weiteren Planwerken abgeglichen.

Bis Mitte 2014 werden die rund 25'000 Haustüren im Bezirk erfasst sein. Seit 2012 sind die Geomatiker bei Steinmann mit Projekt Gabmo beschäftigt. «Es sind immer rund zwei Personen an der Arbeit», sagt Roth.

Daten müssen immer aktuell sein

«Die Datenerfassung ist eines, sie regelmässig nachzuführen ist ebenso wichtig», sagt Steinmann. Dies sei eine Daueraufgabe, die hohe Zuverlässigkeit erfordere. Wie ernst die Nachführung genommen wird, lässt sich an einigen Parzellen auf den Plänen erkennen.

Sie zeigen einen Punkt, aber noch kein dazu gehörendes Gebäude. Erst wenn das Haus gebaut ist, werden der Gebäudeeingang eingemessen und die Pläne aktualisiert. Um die Daten zu sichern und den anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen, werden sie täglich gesichert und die Veränderungen auf das Datenportal des Kantons hochgeladen.

Projektleiter Pius Roth im Interview

Projektleiter Pius Roth im Interview

Zwei Gebiete werden vermessen

Im Bezirk Baden sind, bis auf zwei Ausnahmen, alle Gebiete digital vermessen. Die Ausnahmen liegen in Ehrendingen und Würenlos. In beiden stehen die Güterregulierungen von Landwirtschaftsland unmittelbar bevor.

In Ehrendingen werden in das Vorhaben rund 4,3 Millionen Franken investiert, in Würenlos rund 2,4 Millionen Franken. Es dürfte rund zehn Jahre dauern, bis die Güterregulierungen abgerechnet werden können.

«Das Ziel ist, dass für die ganze Schweiz Daten nach demselben Standard vorliegen», sagt Steinmann. Damit wird die Tradition der genauen Kartierung fortgesetzt. Diese begründet auf der amtlichen Vermessung, deren Qualität einmalig ist.

Schon vor 25 Jahren haben der Kanton, und die Kreisgeometer vereinbart, bei ihrer Arbeit dieselbe Software zu verwenden. «Um diese Pionierleistung, die massgebend vom früheren Bezirksgeometer Hans Peter Heri initiiert wurde, beneiden uns andere Kantone», sagt Steinmann. Eine einheitliche Computersoftware erleichtert die Arbeit sehr.