Baden

Geplant sind 18 Wohnungen: Das Ledergerber-Haus wird mit einem Neubau erweitert

Hohe Bauprofilstangen über dem Badener Hinterweg.

Hohe Bauprofilstangen über dem Badener Hinterweg.

Für 12,5 Millionen Franken soll das Gebäude des Modehauses Ledergerber mit einem Neubau erweitert werden. Geplant sind an der Badener Badstrasse 18 Wohnungen und eine neue Tiefgarage. Gegen den Vorentscheid gab es während der Auflagefrist eine Einwendung.

Wer in diesen Tagen durch die Badstrasse in Baden schlendert und statt in die Schaufenster gen Himmel schaut, sieht zahlreiche Bauprofilstangen. Auf dem Dach des Modehauses Ledergerber zeigen sie an, was für eine neue Form das Gebäude bald annehmen könnte. Auf der Rückseite des Hauses, vom Hinterweg her, sind die Stangen noch beachtlicher. Man ahnt: Hier soll nicht gekleckert werden, sondern geklotzt.

Bei der städtischen Abteilung Planung und Bau lag bis Dienstag ein Vorentscheidsgesuch für einen Um- und Erweiterungsbau auf. Kostenpunkt: 12,5 Millionen Franken. Nach dem Umbau soll das Gebäude 18 Wohnungen und eine neue Tiefgarage umfassen. Bauherrin ist die Inter­swiss Immobilien AG der Credit Suisse – einer der grössten Immobilienfonds der Schweiz, mit Sitz in Zug. Das Umbauprojekt stammt vom Badener Büro ERP Architekten (Egli Rohr Partner).

Gegen den Vorentscheid gab es laut Planung und Bau eine Einwendung während der Auflagefrist. Die Neubauten sollen sich gemäss den Plänen gut in die Umgebung einpassen. Die historische Fassade des Haupthauses Badstrasse 30 soll sanft saniert und erhalten werden. Das Nebengebäude an der Badstrasse 28 wird ein neues Gesicht bekommen. Im Juni hat die Stadtbildkommission über das Projekt beraten. Nach der nun folgenden Einspracheverhandlung muss die Bauherrschaft ein ordentliches Baugesuch auflegen. Dieses dürfte aber nach dem Vorentscheid eine Formsache sein.

Architektur als ein Stück Badener Geschichte

Das Modehaus Ledergerber wurde 1861 in Zürich gegründet und zog ein Jahr später an die Badstrasse in Baden. Die Strasse zwischen Altstadt und Bädern wuchs da erst allmählich zur noblen Einkaufs- und Wohnstrasse heran. Der florierende Bädertourismus der Belle Epoque hob Baden damals wieder unter die europäischen Kurorte ersten Ranges. Das Architekturbüro Dorer & Füchslin prägte in dieser Zeit mit seinen eleganten Wohn- und Geschäftshäusern das Stadtbild sehr stark.

Auch die Familie Ledergerber-Borsinger liess sich von den Architekten ein neues Haus bauen – mit Büros, Lagerräumen, Wohnungen und reich verzierten Balkonen aus Gusseisen. Diese neobarocken Eisenbalkone sind typisch für die Kurortsarchitektur. In den deutschen Fürstenbädern, etwa in Baden-Baden oder Bad Homburg, kommen sie zu Hunderten vor.

Ledergerber & Co. war damals noch eine Grosshandelsgesellschaft für Stoffe. Erst später wurde daraus ein Modehaus, das mittlerweile sieben Filialen zählt. Der vorgesehene Umbau erfolge in einvernehmlicher Absprache zwischen der Bauherrschaft und Ledergerber Mode, wie das Unternehmen mitteilt.

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