Obersiggenthal
Geplante Tagesstätte Goldiland: 150 Kinder könnten hier betreut werden

Vor der Urnenabstimmung über den Bau der Kindertagesstätte Goldiland geben die Kosten zu reden

Pirmin Kramer
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So wird die Kindertagesstätte Goldiland in Obersiggenthal aussehen – sofern die Stimmberechtigten den 5,563-Millionen-Franken-Kredit an der Urne gutheissen. Visualisierung: ZVG

So wird die Kindertagesstätte Goldiland in Obersiggenthal aussehen – sofern die Stimmberechtigten den 5,563-Millionen-Franken-Kredit an der Urne gutheissen. Visualisierung: ZVG

Seit drei Jahren wird die Kindertagesstätte geplant, am 28. September kommt es nun zur finalen Urnenabstimmung. Die Stimmberechtigten entscheiden, ob das «Goldiland» für 5,563 Millionen Franken gebaut werden kann. Im Gebäude sollen Mittagstisch, Tagesstrukturen und Kinderkrippe unter einem Dach vereint werden – diese Betreuungsangebote sind derzeit noch auf mehrere Standorte in der Gemeinde verteilt.

«Die Platzverhältnisse sind an diesen Standorten aber sehr eng, und es gibt keine Möglichkeiten für einen Ausbau», sagt Gemeinderätin Therese Schneider. Hinzu komme, dass die Räume zum Teil nicht mehr den heutigen Vorschriften entsprechen. «Im ‹Goldiland› aber können künftig rund 150 Kinder gleichzeitig betreut werden.»

5,56 Millionen Franken

Über einen Kredit in dieser Höhe für die Kindertagesstätte Goldiland wird am 28. September in Obersiggenthal abgestimmt.

Für die Gemeinde wäre der Bau ein klarer Standortvorteil, sagt Schneider: «Der Bedarf nach familienergänzender Betreuung ist bereits gross und wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Denn die Bevölkerung im Allgemeinen und insbesondere die Zahl der Kinder steigt derzeit viel stärker als lange Zeit erwartet.»

«Kaum günstiger»

Für junge Familien sei ein umfassendes Betreuungsangebot bei der Wahl des Wohnorts ein wichtiges Kriterium. «Wenn wir für Familien mit Kindern ein attraktiver Wohnort sein wollen, haben wir keine andere Wahl, als das ‹Goldiland› zu bauen», sagt Schneider. «Eine kostengünstigere Alternative gibt es nicht, und ein neues Projekt käme wohl kaum günstiger – insbesondere, da die bisherigen Planungen nicht weiter verwendet werden könnten.»

Der Einwohnerrat hatte 2011 dem Kauf der ehemaligen landwirtschaftlichen Liegenschaft «Goldiland» zugestimmt. Kosten: 1,5 Millionen Franken. Bei Gegnern des Projekts sorgt nun für Kritik, dass diese Summe bei der Kostenübersicht auf den Abstimmungsunterlagen nicht aufgeführt ist. Schneider: «In der Abstimmungsunterlage zur Volksabstimmung über die Einführung der Tagesstrukturen im Oktober 2012 wurde der Kauf bereits aufgeführt.»

Die Kindertagesstätte belege aber nur einen Teil der Landfläche, darum beschränke man sich nun bei der Kostenübersicht auf den Baukredit. «Wir hätten dieses Land wohl auch erworben, wenn es keine Pläne für die Kindertagesstätte gäbe.» Denn für die Gemeinde handle es sich um ein strategisch wichtiges Gebiet, und für den Kauf der Liegenschaft hatte bereits seit 1999 eine Absichtserklärung bestanden.

SVP: «‹Goldiland› ist Luxusvariante»

Ein überparteiliches Komitee (BDP, FDP, CVP, Grüne und SP) unterstützt das
«Goldiland», die SVP bekämpft es. Hauptkritikpunkt der Gegner sind die Kosten. So sagt SVP-Einwohnerrat Patrick Hehli: «Für mich ist nach wie vor unbestritten, dass eine moderne Gemeinde Tagesstrukturen braucht und anbieten muss, aber die Frage ist zu welchem Preis.» Er spricht von einer Luxusvariante.

Gemeinderätin Schneider entgegnet: «Es bestand mehrmals die Möglichkeit, konkrete Anträge zur Bauweise zu stellen, zum Beispiel zum Zeitpunkt der Wettbewerbsvorgaben.» Der Einwohnerrat habe an seiner Sitzung im Mai dieses Jahres zudem mehrere Einsparungen beschlossen. «Man darf bei der Kostendiskussion nicht ausblenden, dass die Amortisation durch Mieterträge weitestgehend getilgt werden kann und das ‹Goldiland› langfristig einen finanziellen Nutzen haben wird.»

Die Gegner kritisieren weiter, die Möglichkeiten für eine Erweiterung seien eingeschränkt, und man rechne mit Zusatzkosten in den kommenden Jahren. «Die Baukommission hat aufgezeigt, dass ein Ausbau des Annexbaus mit relativ wenig Aufwand möglich wäre und somit der Bedarf auch längerfristig gedeckt werden kann», widerspricht Schneider.

Die Verwaltung und der Gemeinderat hätten mit den Kreditabrechnungen der letzten Jahre ausserdem bewiesen, dass in der Gemeinde Obersiggenthal ein hohes Kostenbewusstsein vorhanden sei und es wenig Abweichungen gegeben habe.

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