Ehrendingen
Geplantes Gesundheitszentrum in Ehrendingen benötigt ein Darlehen von der Gemeinde

Anfang Mai 2014 sollen in der Überbauung «Lägernblick» in Ehrendingen drei Wohnungen zu einer Arztpraxis umgestaltet sein. Dr. med. Hanspeter Faes will daraus ein Gesundheitszentrum kreieren. Doch erst braucht er die Unterstützung der Gemeinde.

Florian Zimmermann
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Hanspeter Faes im Rohbau seiner zukünftigen Praxis.Sandra Ardizzone

Hanspeter Faes im Rohbau seiner zukünftigen Praxis.Sandra Ardizzone

Noch steht alles im Rohbau. Doch am 1. Mai 2014 sollen in der Überbauung «Lägernblick» drei Wohnungen zu einer neuen Arztpraxis umgestaltet sein.

Wenn es nach Dr. med. Hanspeter Faes geht, werden diese 480 Quadratmeter die Gesundheitsversorgung sicherstellen – und das für die nächsten 30 Jahre.

Er plant in der Überbauung «Lägernblick» an der Wetentalstrasse ein Ärzte-Gesundheitszentrum. Das Projekt kostet rund 1.2 Millionen Franken. Der Gemeinderat will das Vorhaben mit einem gesicherten Darlehen von 500 000 Franken unterstützen.

Einzelkämpfer haben es schwierig

Das Gesundheitszentrum soll der stark angestiegenen Bevölkerungszahl gerecht werden. «In Ehrendingen hat das Einzelkämpfermodell keine Zukunft», ist Gemeindeammann Renato Sinelli überzeugt.

Das merkt auch Faes: «Als ich meine Praxis eröffnete, zählte Ehrendingen knapp 2 000 Einwohner, heute sind es bald 4 500.» Für einen einzelnen Hausarzt sei das nicht mehr zu bewältigen, sagt Faes.

Seit 30 Jahren führt er die einzige Arztpraxis in Ehrendingen. Mit der neuen Arztpraxis will er je zwei Fachärzte für allgemeine und innere Medizin unter einem Dach vereinen. Zudem werden auch ein Gynäkologe, ein Naturarzt und ein Kinderarzt vertreten sein.

Für Faes das Erfolgsrezept: «Mehrere Ärzte arbeiten mit nur einer modernen Infrastruktur, die für einen einzelnen Arzt viel zu teuer wäre.»

So können zum Beispiel Röntgenbilder vom Kantonsspital Baden (KSB) auch im Ärztezentrum abgerufen werden. Auch bei der Ausbildung von jungen Ärzten will die neue Arztpraxis mit dem KSB zusammenarbeiten.

Der Gemeinderat ist überzeugt

Dass eine Gemeinde eine private Praxis finanziell unterstützt, ist aussergewöhnlich. Das weiss auch Gemeindeammann Renato Sinelli: «Die Gesundheitsversorgung im Dorf betrachten wir als ein Grundbedürfnis der Bevölkerung.»

Die Unterstützung ist nicht kostenlos: Das Darlehen wird verzinst und muss innert acht Jahren zurückbezahlt werden. Über die Sicherheit des Darlehens macht sich Sinelli keine Sorgen: «Wir würden nie ein Darlehen gewähren, wenn ein Projekt nicht solide aufgezogen wäre und die notwendigen Sicherheiten nicht gewährleistet sind.»

Faes habe mit dem Gemeinderat in mehreren Sitzungen sein Vorhaben besprochen und einen sauberen Businessplan vorgelegt.

Sinelli sieht weitere Gründe, die das Darlehen rechtfertigen: «Für Ehrendingen bedeutet das neue Ärzte-Gesundheitszentrum einen klaren Standortvorteil.» Zudem sei auch der Standort ideal.

«Die neue Ärztepraxis liegt nahe am Alterszentrum und ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen», sagt Sinelli. Auch Faes sieht diesen Vorteil: «Ich habe Patienten und Patientinnen, denen man die Reise nach Baden nicht mehr zumuten kann.»

Gemeindeversammlung: Montag, 17. Juni, 20 Uhr, Turnhalle Lägernbreite.

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