Neujahrsansprache in Baden

Geri Müller: «Gemeinschaft muss immerzu verhandelt werden»

Der Badener Stadtammann Geri Müller äusserte sich an seiner Neujahrsansprache zu vergangenen und kommenden Herausforderungen. Er nahm auch die Gelegenheit wahr, einigen zu danken – auch den Badener Stadträten.

Erstmals hat der Neujahrsapéro in der kürzlich eröffneten Halle 37 stattgefunden. 600 Gäste folgten der Einladung der Stadt – und hörten sich die Ansprache von Stadtammann Geri Müller an. Seine wichtigsten Aussagen im Wortlaut:

Das vergangene Jahr: «Letztes Jahr an der Neujahrsansprache habe ich Ihnen ja gestanden, dass ich nicht immer alles im Griff habe», so der Beginn seiner Ansprache. «Und dabei auch gestanden, dass dies auch durchaus positive Seiten haben kann. Denn letztlich arbeiten in der Stadt Baden in irgendeiner Form alle Menschen zusammen. Und alle dürfen ihren Beitrag gut einbringen, aber auch Fehler machen. Kurz darauf passierte mir ein sehr persönlicher Fehler. Die Veröffentlichung dieses Fehlers brachte dann einen bisher noch nie da gewesenen Sturm über Baden, der sich heute deutlich abgeflacht hat – zum guten Glück.»

Sein Dank: Er bedankte sich bei allen, die auch in den schwierigsten Stunden mitwirkten, dass Baden weiterarbeiten konnte – namentlich den Stadträten. «Und Ihnen, liebe Gäste, danke ich: Sie alle, die zu Beginn vermutlich auch verunsichert waren, mir den Rücken gestärkt, mich unterstützt haben, aber auch mich persönlich kritisiert haben und damit zu einem Gespräch mit mir fanden.»

Geri Müller spricht am Badener Neujahrsapéro 2015

Geri Müller an seiner Neujahransprache 2015

Die Steuereinnahmen: «Baden hat 2014 einigen Veränderungen ins Gesicht schauen müssen, die sich im neuen Jahr weiterentwickeln werden: Die Steuereinnahmen der juristischen Personen fliessen nicht mehr so reichlich wie in den letzten sechs Jahren. Der Stadtrat hat das früh erkannt und konkrete Massnahmen eingeleitet. So hat er den Haushalt, der in den vorigen Jahren massiv überschritten wurde, nur noch knapp um ein Prozent anwachsen lassen. Wir werden auch dieses Jahr weiter daran arbeiten – auch im Auftrag des Einwohnerrats – dass der Haushalt nicht wächst.»

Die Bäder: «Im Frühjahr fand der Durchbruch in der Weiterentwicklung der Bäder statt. Investor Benno Zehnder konnte die Stiftung Bad Zurzach gewinnen, in sein Projekt einzusteigen. Seither arbeiten wir eng zusammen. Dieses Jahr erwarten wir das Baubewilligungsgesuch, das wir so rasch als möglich behandelt haben möchten.»

Stau: «Im vergangenen Herbst wurde am Schulhausplatz der SBB-Tunnel saniert. Damit wurde die Durchfahrt stark beengt. Auch wenn es dabei zu Stau kam, die Erreichbarkeit von Baden war gewähleistet. Nun wird dieses Jahr die Sanierung des Knoten selbst an die Hand genommen. Der Kanton geht davon aus, dass die Beeinträchtigungen nicht so gravierend sein werden wie beim SBB-Tunnel.»

Frieden: «Durch die Festlichkeiten zum Europäischen Frieden hat Baden international grosse Aufmerksamkeit erhalten. Unsere Stadt war damals die letzte Station eines über Jahre dauernden Verhandlungsprozesses. Es wird sich zeigen, ob der Geist der Verhandlungen auch in unserem Alltag Eingang finden wird.»

Zusammenleben: «Ich betrachte die Kultur des Zusammenlebens als wichtigsten Faktor für eine gute Entwicklung in jeglicher Hinsicht. Damit meine ich einfach gesagt die Art und Weise, wie man sich begegnet. Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei Konflikten auf den Anderen zugehen können, ihn an einen Tisch einladen können, wo Sie zusammen verhandeln können. Gemeinschaft muss immerzu verhandelt werden.»

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